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Wie kantisch ist dieses Buch des genialen Astrophysikers! Wiederkehr des den Exakten so verpönten a priori — sogar weit über Kant hinausgehend bis in
manche Naturkonstanten (zum Beispiel die Teilchenzahl des Universums!)1) hinein, Wiederkehr eines Zusammenwirkens von Sinnesempfindung (Wahrnehmung) und Denkformen im „Beobachtungswissen“. Angesichts der Frage, ob letztere erworben oder angeboren sind, neigt Eddington „zu dem Glauben, daß die letzte Wurzel bestimmt geistig ist“ (Seite 168); „die Mathematik ist nicht in der Erfahrung, che wir sie hineinlegen“ (Seite 174). Auch die aus der physikalischen Welt hinauskomplimentierte „Substanz“ beherrscht, „verwässert“, als „Permanenz“ noch immer unsere Denkweise (Kants Beharrlichkeit der Substanz). Dem Verfasser war das der erste Fingerzeig für das Vorhandensein eines „selektiven Subjektivismus“ in der Erkenntnis. Etwas „auffinden“, „entdecken“ ist in gewissem Sinne dasselbe wie „es machen“. Gewiß eine erstaunliche Äußerung eines Physikers. Aber da Eddington von vornherein, alle Metaphysik abwehrend, die objektive Welt in ein Wissen transformiert, wird natürlich vieles — so die grundlegenden erkenntnistheoretisch ableitbaren physikalischen Gesetze — subjektiv, was dem Physiker gewöhnlich als objektiv gilt, doch „nimmt das objektive Element im nichtsystematisierten Teil unseres Wissens einen weiten Raum ein“ und „macht gleichfalls einen Teil der Beschreibung des physikalischen Universums aus“ (Seite 203). Die Analyse führt zum Begriff im Objekt und Subjekt (Bewußtsein) korrespondierender Strukturen, in deren Erfassung durch mathematische Symbolik Verfasser sogar den Existenz begriff aufgehen läßt. „Existenz oder Nichtexistenz der Dinge ist eine primitive Denkform“ (Seite 197). Aber die „Totalität der vom Verstand gemachten Gesetze erzwingt nicht den Determinismus“ (Seite 225), „denn das System der Physik ist nicht mehr deterministisch“. Eigenartige Wandlung, wenn wir an das frühere a priori der Kausalität denken, und sie