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Verfasser, selbst pathologischer Anatom, sieht die Ursachen, die zu dem „Chaos“ — nicht der „Krise“ — der Medizin geführt haben, in der seit Morgagni und Virchow vorherrschenden „pathologisch-anatomischen“ Betrachtungsweise der medizinischen Forschung, die wie die zahlreich angeführten Arbeiten der bekanntesten Forscher auf allen Teilgebieten zeigen, zu einer Uneinheitlichkeit und Verwirrung der Begriffe geführt und damit versagt hat, wie an dem Versuch der Umgrenzung der Grundbegriffe der medizinischen Forschung (Krankheit, Entzündung, Allergie) dargestellt wird. Die herrschende Betrachtungsweise aber ist für den Arzt Ursache des immer wiederkehrenden Widerspruchs zwischen Theorie und Praxis. Sie bringt auch Verwirrung in Rechtspflege und Versicherungswesen, die einer gültigen Vorstellung vom Krankheitsbegriff bedürfen.
So werden zum Beispiel in einer Entscheidung des Oberlandesgerichts München 3 verschiedene Krankheitsbegriffe festgelegt — in der RVO. (Reichsversicherungsordnung) ist der Begriff der Krankheit dahin festgelegt, daß man darunter einen regelwidrigen, körperlichen oder geistigen Zustand versteht, der entweder Behandlungsbedürftigkeit oder Arbeitsunfähigkeit oder beides zur Folge hat.
(Der Begriff der Krankheit im Sinne der RVO. deckt sich also nicht mit dem medizinischen Krankheitsbegriff.)
Der so als unbrauchbar erwiesenen „pathologisch-anatomischen“ Betrachtungsweise stellt Verfasser eine von ihm in dreißigjähriger Arbeit entwickelte „hetologische“ Betrachtungsweise gegenüber. Hetologie (ein vom Verfasser neu gebildetes Wort) ist die Auffassung oder Lehre vom unbedingten Primat der Logik in der Forschung der Naturwissenschaft und somit der Medizin.
Die „hetologische“ Betrachtungsweise ermöglicht eine eindeutige Bestimmung der fachlichen Begriffe der medizinischen Forschung (wiederum an der Umgrenzung der Grundbegriffe — Krankheit, Entzündung, Allergie — dargestellt).
Die „hetologische“ Betrachtungsweise übernimmt von dem Arzttum die Vorstellung von der E