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Bericht über das Ergebnis eingehender charakterologischer Untersuchungen bei 129 Asthmakranken. Angewandt wurden die biographische Methode, der Wartegg- und Rorschach test, graphologische Beurteilung u. Körperbauuntersuchung. Verfasser arbeitet präzise einen ganz bestimmten Typus des Asthmakranken heraus: hervorstechendster Charakterzug ist die Angst um die eigene Existenz, schwach ausgebildetes Willensleben mit starkem Insuffizienzgefühl, durch übersteigertes Selbstwertgefühl und enormes Geltungsbedürfnis kompensiert. In der Kindheit ist eine starke Bindung an die Mutter bei über 90 Prozent der Fälle sehr auffällig. Meist treten die Anfälle bei Schulbeginn auf. Wenn aber erst später, zeigt sich um diese Zeit mitunter eine Neigung zu Sprachstörungen. Echte Freundschaften kennt der Asthmatiker nicht, er wendet sich gern älteren Frauen (Muttertypen) zu und hat Angst vor Blamage (Impotenz). Die Ehe ist ein Selbstschutz für ihn. Diese charakterologischen Eigenschaften zeigt schon die prämorbide Persönlichkeit. Krankheitsauslösend ist sehr oft die Trennung von der Mutter. Therapeutisch hat rein somatische Therapie zu keinem bleibenden Erfolg geführt, dagegen hat „psychosomatische Therapie“ (Atemgymnastik, Massage, autogenes Training, kleine Psychotherapie, Bewegungsubungen) bei 94 Patienten sehr gut geholfen.
Die charakterlichen Verhaltungsweisen des Asthmatikers werden plastisch beschrieben. Tiefenpsychologisch vor allem interessant scheint die Feststellung, daß die Mutterbindung bei dem Kranken geradezu als spezifische Reaktionsweise zu werten sei. Es wäre nun weiter zu fragen, woher denn diese Fixierung rühre. Hierauf gibt freilich die Arbeit keine Antwort, da sie mit ihrer Methodik rein im Bewußtseinsraum bleibt und nicht ins Unbewußte der Patienten vorstößt, woher wir allein Aufklärung über dieses Problem bekommen könnten.