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Die Arbeit ist ganz darauf abgestellt, psychische Veränderungen nachzuweisen, die im Gefolge der organischen Krankheit auftreten und kommt zu dem Ergebnis, daß bei der Mehrzahl der Lungentuberkulosen sich solche Veränderungen mit Hilfe der „rein objektivierenden Methode“ des Rorschach testes finden lassen. So wird etwa festgestellt, daß der Tuberkulöse an einem „auffallenden Mangel an harmonischem Gleichgewicht“ leide, daß „eine erhöhte Reizbarkeit auf affektivem Gebiet“ vorliege, daß er in seiner „Anpassungsfähigkeit an die Umwelt“ gestört sei und so weiter. Als „wichtigste Abweichung von der Norm“ wird eine extravertierte Lebenseinstellung gebucht. Die Ursache dieser Extraversion wird einmal zwar in der momentanen Krisensituation des Patienten gesehen, der so gezwungen werde, sich in seiner Not den Mitmenschen zuzuwenden und der versuche, dort Hilfe zu finden. Zum anderen aber meint der Verfasser, in ihr vor allem die Folge der Einwirkung eines „spezifischen Toxins“ sehen zu müssen. Die elektrische Erregbarkeit peripherer Nerven, die bei der Tuberkulose nach Wolff-Eisner erhöht sei, wird in direkte Beziehung gesetzt zu der „oft gesteigerten, ja geradezu mimosenhaften Empfindlichkeit“ der Kranken und beides als Folge der „tuberkulösen Toxikose“ aufgefaßt.
Wir müssen uns fragen, welchen Nutzen derartige Abhandlungen für die Fragestellungen psychosomatischer Medizin haben, in deren Bereich vorliegende Studie vom Verfasser ausdrücklich verwiesen wird. Hier wird nun endlich mit Hilfe „exakter Methoden“ nicht nur der somatische, sondern ebenso auch der seelische Bezirk „rein objektiv“ zu erfassen versucht und damit die Versachlichungstendenz der bisherigen naturwissenschaftlichen Medizin auf die Spitze getrieben. Wir wollen ganz davon absehen, daß es nicht wahrscheinlich ist, daß es sich bei den Lungentuberkulosen um vorwiegend Extravertierte handelt. Nach allen sonstigen Erfahrungen und unseren eigenen Beobachtungen müssen wir eher das Gegenteil annehmen. Was aber wird