You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Referat und Kritik der älteren Multiple-Sklerose-Literatur. Eigenes Beobachtungsmaterial wird in kasuistischen Auszügen
wiedergegeben, die verdeutlichen sollen, daß in den Berufen der Patienten alles in erhöhtem Maße im Banne von Zeit und Präzision, Maß, Zahl und Gesetz steht. Berufstätige Frauen, Intelligenzberufe mit vorwiegend mechanisierter und bürokratischer Tätigkeit überwiegen (überwiegendeBeschäftigung mit Zahlen, Rechnen, Messen, Maschinenschrift, Maschinenbedienung, Nähen. Dazu häufig Zwang des Akkordsystems, Überstunden, Dienstverpflichtung, besondere Verantwortung oder Präzision der Arbeitsausführung.) Es wird jedoch nicht dem Beruf, sondern konstitutionellen Faktoren primäre Bedeutung beigemessen (auffallend viele Patienten mit zwanghaften Reaktionsbereitschaften wie Pedanterie, übertriebener Ordnungssinn, besondere Sorgfalt in Kleidung, Haartracht, allgemeine Reinlichkeit bis zu Zähl-, Wasch u. Ordnungshandlungen, bei der Anamneseerhebung genaue Angaben der Daten auf den Tag, Monat und Jahr). Die labile Konstitution wird als Voraussetzung angesehen, um exogene Faktoren, Traumen jeder Art, Lebens- und Arbeitsverhältnisse zur Krankheitsursache werden zu lassen. Derartige exogene Einflüsse können die endogene Disposition zunächst verstärken, sie brauchen nicht gleichzeitig vorhanden zu sein, sondern können sich gewissermaßen summieren. Das Prädispositionsalter liegt zwischen dem 15. und 45. Lebensjahr, entsprechend dem Kurvenverlauf beruflicher und allgemein existentieller Belastung. In Japan soll die Multiple Sklerose unbekannt sein, alle orientalischen, negroiden Völker sind kaum befallen, die nordische Rasse am meisten. Rassisch bedingte Konstitutionsverhältnisse, Zivilisationseinflüsse und die psychische (zum Beispiel fatalistische) Einstellung und Reaktion auf solche sind beachtenswert. Therapeutisch wird eine prophylaktische Sozialhygiene, eine Beeinflussung durch ärztliche Lenkung und Aussprache gefordert und als erfolgreicher angesehen als medik