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Dieser schon 1945 vor Gynäkologen und Geburtshelfern gehaltene Vortrag geht der Aufgabe der Einordnung gynäkologischer Erkrankungen und Störungen in die Reihe der psychosomatisch erfaßbaren Vorgänge noch völlig mit dem Werkzeug der mechanistischen orthodox-psychoanalytischen Trieblehre zu Leibe. Sich an den psychologisch ungeschulten Arzt wendend, wird zuerst eine instruktive wenngleich sehr vereinfachte Darstellung der leib-seelischen Zusammenhänge gegeben, mit dem so häufig beschriebenen, allerdings nicht immer beweisbaren Weg des Ablaufes vom Affekt zum autonomen Nervensystem, zu den endokrinen Drüsen, zu den subkortikalen Zentren und zum Kortex — der Weg vom Impuls zur Aktion. Impulse, denen das Ich aus psychologischen Gründen die motorische Entladung verweigert, leiten ihre Energie der Innervation innerer Organe im Übermaß zu und führen so zu organischer Fehlleistung: der Erkrankung.
Bei der Untersuchung jener seelischen Vorgänge, die nun speziell sich im Bereich der weiblichen Genitalorgane auszuwirken pflegen, empfindet man das strenge Festhalten Simmeis an den frühen Freud schen Auffassungen der weiblichen Sexualentwicklung als Zentralstück der Ich-Entwicklung der Frau doch als unbefriedigend. Die gesamte weibliche Psyche wird hier noch immer als Produkt unbewußt empfundener Organminderwertigkeit dargestellt, Penisneid, destruktiver Penishaß als wichtigste Ursache nicht nur weiblicher Fehlhaltung, sondern weiblicher Haltung überhaupt.
Es wird auf die Rolle der Verdrängung hingewiesen, der zufolge die organischen Manifestationen eines Affekts, zum Beispiel der Angst, von ihrem ursprünglichen emotionalen Inhalt abgelöst erscheinen. Profuse Leukorrhoe und Menorrhagien können als solche Äquivalente der Angst auftreten. Dabei ist die Organwahl keine zufällige — sie „wird durch verdrängte Wunschphantasien determiniert“, wobei fehlerhafte infantile Phantasie mitwirken können, so zum Beispiel wenn hinter einer Verdauungsstörung sich die Vorstellung einer gastrointesti