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Es handelt sich um eine oberflächliche, großenteils recht unsachliche Interpretation der tiefenpsychologischen Wissenschaft. Vor allem werden die Methoden des freien Assoziierens und der Traumdeutung einer Betrachtung unterworfen, bei der die uralten und längst abgegriffenen Einwände des Pansexualismus Freud scher und der diffusen Verschwommenheit Jung scher Traumdeutung wieder einmal ins Feld geführt werden. Daß der Begriff des Unbewußten ebenfalls abgelehnt wird, kann dann kaum verwundern.
Einige Beispiele sollen den Charakter der Abhandlung verdeutlichen. So lesen wir Seite 372: „Da die anfängliche, von Freud geübte Hypnose schwierig zu erreichen war, versuchte er es mit dem Normalzustand seiner Patienten.“ Jeder, auch nur etwas mit der Materie Vertraute, weiß, daß Freud die Hypnose aufgab, weil er erkannt hatte, daß der neurotische Mensch durch eine hypnotische Überrumpelung keineswegs befähigt wird, mit seinen unbewußten Konflikten fertig zu werden, daß es vielmehr darauf ankommt, in klarer Bewußtheit zu lernen, zu sich selbst zu stehen und sich selbst zu verantworten. Weiterhin meint Thurn, daß das wirksame Moment bei tiefenpsychologischer