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Psychiatrische Beobachtungen an etwa 600 bis 800 deutschen Kriegsgefangenen in USA ergaben die Seltenheit der bekannten neurotischen Reaktionen des 1. Weltkrieges, dagegen eine auffallend hohe Zahl psychotischer Erkrankungen, die zwar als „Schizophrenie“ diagnostiziert wurden, „höchstwahrscheinlich aber keine Schizophrenien im Sinne ‚endogener‘, ‚prozeßbedingter‘ Erkrankungen waren“. „Die Grundreaktionen des Kriegsgefangenendaseins, nämlich Antriebsarmut, traurige Verstimmung, Mißtrauen und Angst“ finden sich bei diesen Patienten in psychotisch übertriebenem Ausmaß „als Stupor und Depression, Sinnestäuschung und Verfolgungswahn“ und sind wohl „als Sonderform psychisch krankhafter Reaktionen“ aufzufassen. Auffallend war die Einengung der psychischen Funktionen auf einen ganz kleinen Vorstellungskreis, der wahnhafte Bedeutungsakzente trug, während sich die Kranken außerhalb dieser Atmosphäre meist als ungestört erwiesen. Als Ursache dieser Zustände wird „eine durch die Umstände des Kriegsgefangenenlebens hervorgerufene Störung und Umstellung höherer neuropsychischer Schaltapparate vermutet“.