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Der Verfasser gibt eine wisisenschaftliche Kritik der graphologischen Erkenntnisgrundlagen. Seine Systematik der Methoden unterscheidet fünf Forschungsprinzipien: 1. Korrelationsstatistik (Statistik empirisch gefundener Beziehungen zwischen Schrift und Schreiber), 2. Bedingungsforschung (Experimentelles oder historisches Studium der Abhängigkeitsfaktoren für die Bildung und Veränderung der persönlichen Schreibweise), 3. Entwicklungsstudien (Erfassung der konstanten Grundform innerhalb von Schriftsserien, sowie der Variationsbreite der Merkmalsveränderung während einer Lebensphase), 4. Ausdrucksdeutung (Ablesung der dem Schreiber zugrunde liegenden Affektzustände durch phänomenologische Charakterisierung der Graphik), 5. Symboldeutung (Verständnis symbolischer Zeichen im Schriftbild als unbewußte, biographisch wichtige Komplexproduktion). Im Mittelpunkt der Besinnung steht die Frage nach der Solidität der deutenden Methodik. Es wird im Interesse der sachlichen Haltbarkeit von graphologischen Psychodiagnosen zu bedenken gegeben, daß a) Deutungsfähigkeit subjektiv bedingt ist, b) den Deutungen objektive Wahrheitskriterien fehlen und daß c) die Schriftphänomene mehrdeutig sind. Das Methodenproblem der Graphologie wird als erstklassige Gelegenheit bezeichnet, um die Erkenntnissituation der Psychologie zu beleuchten. Max Pulver begründet in einem kleinen Vorwort, warum er sich für die Publikation der Abhandlung in der Schweiz verwandt hat.