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In dem umfassenden Schrifttum über die Fettsucht finden sich zahlreiche Hinweise auf die Einwirkung psychischer Faktoren bei der Entwicklung dieser wie auch anderer Störungen in dem zu einem Funktionskreis (v. Bergmann) geschlossenen vegetativ-endokrinen System. Ganz allgemein betonen Siebeck die „Zusammenordnung psychischer Fehlhaltungen und vegetativer Fehlsteuerungen“ und H. Marx die Notwendigkeit, auch in Unkenntnis von Regeln und Gesetzen „einen fundamentalen Zusammenhang zwischen dem psychischen und endokrinen Geschehen anzuerkennen“, zumal — nach seiner Ansicht — „das Hypophysen-Zwischenhirnsystem als psychosomatisches Vermittlungsorgan besonders geeignet erscheint“. Diese Auffassung — speziell auf die Fettsucht bezogen — vertreten auch Hoff und Rossier mit der Definition dieses Krankheitsbildes als Ausdruck einer Harmoniestörung der gesamten seelisch-körperlichen Persönlichkeit, wobei allerdings Rossier die Polyphagie als Zwischenglied einschiebt.
Auffallend ist demgegenüber, daß den psychischen Faktoren bei der Diskussion der pathogenetischen Momente der Fettsucht durchwegs eine, anderen Komponenten mehr oder minder untergeordnete oder beiläufige, jedenfalls nicht dominierende Bedeutung zugesprochen wird (H. Marx, Glatzel, Feuchtinger, Wadulla und andere). Damit wird aber verständlich, daß über das Ergebnis der praktischen Anwendung der bisher mehr im Spekulativen gebliebenen psychophysischen Betrachtungsweise des Fettsucht-Problems wenig bekannt ist. Die vorwiegend statistischen Arbeiten amerikanischer Autoren (Bram, Freed) über die durch Psychotherapie — zum Teil sogar kombiniert mit medikamentöser Behandlung — erreichte günstige Beeinflussung von Fettsuchtkranken können besonders wegen der ziemlich summarischen und wenig klaren Darstellung sowohl der klinischen Daten als auch der ätiologischen Momente und des therapeutischen Wirkgrades nicht recht befriedigen. Da aber gerade Beiträge aus der Empirie zum viel diskutierten Thema der psychosomatischen Medizi