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zum Bericht über mein Referat auf der 66. Wanderversammlung der südwestdeutschen Psychiater und Neurologen in Badenweiler1)
Das neue Denken über den Menschen und die Dinge, mit dem Martin Heidegger die Philosophie unserer Zeit revolutionierte, das auch unter L. Binswangers Führung der psychiatrischen Forschung sehr wesentliche Impulse zu geben vermochte, ist nicht ohne beträchtliche geistige Anstrengung zu erreichen. Dieser Mühe hat sich Mitscherlich offensichtlich noch nicht unterzogen. Sein Versäumnis hält ihn jedoch keineswegs davon ab, mit den Referaten der daseinsanalytisch forschenden Autoren sehr streng ins Gericht zu gehen, ja in meinem Falle sogar aus den unund mißverstandenen Ausführungen sehr weitgehende Schlußfolgerungen persönlichster Art zu ziehen. Ein solches Verhalten müßte man als leichtsinnige Anmaßung bezeichnen, würde es nicht durch Mitscherlich dadurch wieder gut gemacht, daß er mir als dem am schwersten und am persönlichsten Angegriffenen Gelegenheit zur Stellungnahme gibt.
Der Zustand von Konfusion, in dem die Daseinsanalyse noch im Berichterstatter verweilt, geht schon deutlich genug aus seiner Besprechung des Hauptreferates von L. Binswanger hervor. Wenn zum Beispiel Ludwig Binswanger einerseits Begriffe wie „das Ich“, „die Person“ und so weiter Verdinglichungen des menschlichen Daseins und Abstraktionen nannte, andererseits in ganz anderem Zusammenhange singulare und plurale Daseinsmodi unterschied, so gerät bei Mitscherlich alles so sehr durcheinander, daß er diese völlig inkommensurablen Begriffe unter dem Obertitel: „singulare Abstraktionen“ zusammenfaßt und diese sinnlose Bezeichnung Ludwig Binswanger in den Mund legt. Auch die Begriffe „Weltentwurf“, „Bild“ und „Symbol“ verknüpft Mitscherlich in einer Weise, die dem daseinsanalytischen Denken völlig fremd ist. Am schlimmsten verunstaltet Mitscherlich L. Binswangers Ausführungen dort, wo er auf die „Kluft“ zwischen „psychoanalytischer, dynamischer Lebensauffassung