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Die während des therapeutischen Verfahrens gemachten Beobachtungen sind der wichtigste Ausgangspunkt psychoanalytischen Wissens. Unsere Kenntnis von der Psychodynamik stammt vorwiegend daher. Präzises Verstehen der therapeutischen Faktoren ist daher für die Verbesserung unserer therapeutischen Technik wie für die Zunahme unseres theoretischen Wissens wichtig. Zwischen Theorie und Therapie besteht eine reziproke Beziehung: Therapeutische Beobachtungen sind der wichtigste Ursprung unseres theoretischen Wissens, andrerseits benutzen wir unsere theoretischen Formulierungen, um unsere Technik zu verbessern.
Diese Arbeit geht von der Voraussetzung aus, daß vieles in unserem therapeutischen Verfahren noch empirisch ist, und ebensoviele Vorgänge, die sich während der Behandlung im Patienten abspielen, noch nicht voll verstanden werden.
Insbesondere bestehen Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich folgender Fragen. 1. Der therapeutische Wert intellektueller Einsicht des Patienten in Ursprung und Art seines neurotischen Leidens. 2. Der Wert emotioneller Entladung (Abreaktion). 3. Die Rolle emotioneller Erfahrungen während der Behandlung, die in der Übertragungssituation zur Entfaltung kommen. 4. Die Rolle der Parallelerfahrungen im Leben, und schließlich 5. die Bedeutung des Zeitfaktors; präziser, die Bedeutung der Häufigkeit von Behandlungsstunden, absichtlicher Unterbrechungen seitens des Therapeuten und der Länge der Gesamtbehandlung. Diese letzteren Punkte sind mehr Fragen der Praxis. Ihre Beantwortung hängt sowohl von der klinischen Erfahrung wie von der Klärung der ersten vier Punkte ab.