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Auf der 66. Wanderversammlung der südwestdeutschen Psychiater in Badenweiler hielt PD. Dr. Medard Boss ein Referat, in dem er einen Transvestiten unter daseinsanalytischem Aspekt vorstellte. Die Behandlung endete mit einer Totalkastration des Patienten einschließlich Penisamputation und künstlicher Labienplastik. Dieses Vorgehen gab unserem Referenten Anlaß zu kritischen Bemerkungen (vergleiche PSYCHE, IV, 4, Seite 229 ff.). Durch dieses Referat glaubte sich Dr. Boss mißverstanden. Er erwiderte in einer, wie uns scheint, mehr ad personam als ad rem gerichteten Entgegnung (vergleiche PSYCHE IV, 7, Seite 394 ff.). Da unseren Referenten mit Dr. Boss persönlich freundschaftliche Beziehungen verknüpfen, und da es uns darauf ankam, das aufgeworfene Problem wegen seiner grundsätzlichen Bedeutung für die Solidarität im Arzt-Patient-Verhältnis nicht auf der Ebene einer persönlichen Kontroverse in Erscheinung treten zu lassen, baten wir in einer Umfrage 28 Forscher (selbstverständlich auch solche, die uns Herr Dr. Boss namhaft machte), zu folgenden zwei Fragen Stellung zu nehmen:
Halten Sie einen Eingriff wie den von Boss vorgenommenen allgemein ärztlich betrachtet für zulässig oder nicht?
Halten Sie den von Boss vorgenommenen Eingriff vom Standpunkt des Psychotherapeuten aus für zulässig oder nicht?
Auf unsere Rundfrage gingen bisher 22 Antworten ein, 6 stehen noch aus. 3 der Angefragten wünschen sich in der Öffentlichkeit nicht zu dem Thema zu äußern (wobei zwei von ihnen eine ablehnende Stellungnahme in ihrem Antwortbrief erkennen lassen).
Wir geben nachfolgend die bisher vorliegenden Zuschriften wieder: außerdem ein Schlußwort unseres Referenten.
Weitere Beiträge werden wir im Heft 10 und mit einer nochmaligen Stellungnahme von Dr. Boss zusammen veröffentlichen. Wir danken an dieser Stelle allen Mitarbeitern, die durch ihre Beteiligung an dieser Rundfrage dazu beigetragen haben, das Problembewußtsein ärztlichen Handelns zu verdeutlichen und zu vertief