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„Unparteiisch nach allen Richtungen“ sei die Psychotherapie, welche an der Nervenklinik Tübingen gelehrt werde, führte Kretschmer einleitend aus. Eine einseitige Betonung einer bestimmten Richtung würde auch „einer Universitätsklinik nicht anstehen“. — Vor allem habe man erkannt, daß die analytische Methode „längst nicht mehr die alleinige Möglichkeit oder Indikation“ der Psychotherapie sei. Suggestive und Übungs-Methoden träten gleichberechtigt neben die analytischen. Im Hinblick auf die Übertreibungen und Absurditäten der Analytiker müsse man vielmehr betonen, daß „Psychotherapie und gesunder Menschenverstand sich nicht unbedingt ausschließen“. Nach dieser grundsätzlichen Einleitung gaben die Schüler Kretschmers eine Auslegung der „Psychotherapie mit gesundem Menschenverstand“, die nur allzuoft an „gefährliche Oberflächlichkeit“ grenzte, vor allem in einzelnen Versuchen, grundlegende psychoanalytische Erkenntnisse lächerlich zu machen. So führte Koch aus, daß die vielgerühmte Geburtsangst der analytischen Schulen schon deshalb eine Unmöglichkeit sei, weil das Neugeborene noch nicht das „Bewußtsein“ (wörtlich!) eines Erwachsenen habe und darum keine