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Die vorliegende Arbeit eröffnet eine Reihe von fortlaufenden Publikationen, benannt „Studien aus dem C. G. Jung-Institut Zürich“. Den einleitenden Worten Jungs folgend sollen die Arbeiten Brücken schlagen zwischen der psychologischen Erforschung des kollektiven Unbewußten einerseits und den Wissenschaftsbereichen von Mythologie und Märchenkunde, vergleichender Religionswissenschaft und allgemeiner Historie andrerseits.
Verfasser hat sich die Aufgabe gestellt, den weitläufigen Fragenkomplex der Inkubation „allein aus dem hochentwickelten antiken Ritus und den Erkenntnissen der modernen Psychologie“ zu erhellen. Die Wirksamkeit der Inkubation hängt engstens mit der akzeptierten Dignität des Traumes zusammen. So war für die frühen Griechen der Traum „ein tatsächlicher Vorgang“. Hinweise auf Aristoteles (Schrift „Peri Diaites“ IV), die Stoa, die Neupythagoräer und Neuplatoniker befestigen die Bedeutung der Heilträume in der Antike.
Im ersten Abschnitt („Die göttliche Krankheit“) geht Verfasser von einem lakonischen Traum einer heutigen Patientin aus, welcher der kritischen Phase ihrer Behandlung entstammt. Der Inhalt des Traumes bestand ausschließlich in dem Satz: „Das Beste, was er geschaffen hat, ist Epidauros.“ Es war von der Patientin kein weiterer Kontext zu erhalten, außer, daß sie vor Jahren eine Reise durch Griechenland unternommen habe. Verfasser erinnerte Patientin an die Stadt Epidauros in Argolis und es fällt ihr das dortige wunderschöne Theater — nach einigem Zögern auch das ebenfalls dort befindliche Asklepieion ein. Die gesamte Studie kann als Amplifikation zu diesem Traume, dessen Stichwort also „Epidauros“ ist, angesehen werden. Esscheint in den antiken Heiltempeln (Asklepieien) nie der wissenschaftliche sondern stets der göttliche Arzt geheilt zu haben, da der antike Mensch das Leiden von den Göttern gesandt wußte. Es wird auf eine Reihe von Heroen hingewiesen, die, von der Krankheit betroffen in Ambivalenz dann selbst heilen konnten, (Herakles, Machaon,