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Wilfried Helm ermordete zwei Amerikaner bei seinem Transport in ein Gefängnis. Seine Lebensgeschichte wird von Bembé in Form von Gesprächen dargestellt,
die der Autor mit Helm nach dessen Verurteilung in der Gefängniszelle führte. Nach ausdrücklichen Angaben des Autors hat dieser während der Gespräche nur wenig Notizen gemacht. „Auch was in Anführungsstrichen steht ist also kein Stenogramm.“ Außerdem sind die Gespräche nicht in der Reibenfolge wiedergegeben, wie sie stattfanden, sondern so wie sie zum chronologischen Gang der Ereignisse paßten — „ohne Rücksicht darauf, wann die einzelnen Sätze gesprochen wurden“. Auch dem Thematischen wurde die tatsächliche Reihenfolge der Gespräche untergeordnet. Alles zum Thema „Religion“ gehörige wurde vom Autor zum Beispiel auf das Gespräch am Weihnachtsabend zusammengelegt.
Durch diese literarische Zurechtstutzung — man muß es leider so nennen — verliert das Buch den Charakter unmittelbarer Äußerungen des jugendlichen Helm. Wenn er von seiner Mutter, seinem jüngeren Bruder, seinem Hund spricht, ist es für den psychologischen Leser in höchstem Maße ärgerlich, denken zu müssen, daß Helm diese Äußerungen vielleicht gar nicht in dieser Form und in diesem Zusammenhang gemacht hat. Möglich, daß man das Ausmaß des Frisierens durch den Autor überschätzt, aber da er selbst sagt, daß so gut wie nichts wirkliches Stenogramm ist, daß vieles umgestellt, und alles so gestellt ist, daß eine klare chronologische Folge herauskommt, ist man bei jedem eindrucksvollen Gespräch mißtrauisch, was dabei den jugendlichen Helm ausdrückt, was Ausdruck des Reporters Bembé ist, der selbstverständlich (wie gar nicht anders möglich) seine Wertungen auch bei der Auswahl von Helms Reden mitspielen läßt.
Man glaubt dem Autor ohne weiteres, daß er keine Tatsachen entstellt oder erfunden hat. Aber hier käme alles auf die psychologischen Tatsachen an, — also auf die Art, wie Helm über diese Dinge gesprochen hat. Man will ja keinen spannenden historischen Roman, so