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Aus der Einleitung: „Wie kann man die unterernährte und nervlich erschöpfte Kindheit körperlich und seelisch wieder zur Gesundung führen?“ „Ziel dieses Buches ist: die praktischen Mittel und Wege, die diese Aufgabe erfüllen können, und die das Ergebnis zahlreicher Studien und Erfahrungen sind, zusammenzufassen.“ Die Schrift enthält drei Hauptkapitel: „Die neue Erziehung“, „Zur Seelenkunde des Kindes“, „Zur Seelenheilkunde des Kindes“, sowie „Gesundheitspflege und Ernährung“. Diese Hauptkapitelsind unterteiltin eine Menge Untertitel, von denen hier einige Zitate folgen.
„Ein Kind, das kein Interesse zeigt und nicht spielt, ist krank.“ „Der wöchentliche Ruhetag ist von großer Wichtigkeit für das nervliche System der Jungen und Erwachsenen.“ Im Unterkapitel „Reaktionen des Kindes auf die nervlichen und seelischen Erschütterungen“ schreibt der Verfasser: „Dabei wissen wir wohl, daß jedes Kind von Liebe lebt. Es empfindet die Liebe einer Mutter und eines Vaters wie eine Strahlung. Vielleicht handelt es sich wirklich um ein ‚Fluidum‘, eine Strömung. Wer weiß, ob nicht die Wissenschaft eines Tages dieses ‚Fluidum‘ entdecken wird?“
Aus diesen wenigen Zitaten dürfte hervorgehen, daß es dem Verfasser wenig um tiefenpsychologische Zusammenhänge geht. Wir erwarteten, da doch in Hauptsache von verwahrloster Jugend die Rede ist, eine Bereicherung durch die Erkenntnisse Aichhorns. Der Verfasser scheint aber Aichhorn kaum zu kennen, jedenfalls schimmern diese grundlegenden Kenntnisse nirgends durch. Es wird in dem Buch immer wieder das „nervlich zerrüttete Kind“ zitiert, aber was der Verfasser damit meint, ist unklar. Das Buch wendet sich hauptsächlich an Pädagogen von Kinderhäusern. Es zeugt von einer durchaus positiven Einstellung zum Kind, gibt auch einige organisatorisch gute Hinweise und ist überhaupt voll guten Willens.