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Neill, Leiter der „Summerhill. School“ an der Ostküste Englands, schrieb 1936 seine 12jährigen Erfahrungen im Buche „That dreadful school“ nieder, und heute erst liegt die deutsche Übersetzung unter obigem Titel vor. Dieses Buch verdient aus zwei Gründen hervorgehoben zu werden. Einmal, weil uns die „Schule der Freiheit“ aufs beste bekannt ist und wir gerne erfahren möchten, wie Neill seine beachtlichen Erfolge beschreibt. Zum andern ist so vieles problematisch und nach der Lektüre des Buches geradezu fragwürdig, daß uns Zweifel aufkommen müssen, ob es in den Händen der Erzieher, für die es Neill schrieb, am richtigen Orte ist. Neill ist Freiheitsfanatiker, er macht überhaupt keine Vorschriften. Das Kind kann tun und lassen, wie ihm beliebt. Es kann stehlen, lügen, Schule schwänzen, toben, zerstören, kurz, ganz und gar seine kindlichen Gefühle ausleben, ohne irgendwelche Konsequenzen tragen zu müssen. Nein, das stimmt nicht ganz, aber diesen Eindruck könnte man aus Neills Beschreibungen gewinnen. „Wer den Kindern Freiheit geben will, müßte eigentlich Millionär sein; denn es geht nicht an, daß die natürliche Sorglosigkeit der Kinder ständig in Konflikt gerät mit dem Faktor Ökonomie.“ (Seite 125). Also bestehen auch für Neill Grenzen. Er empfindet sie dort, wo er ratlos vor der ausgeplünderten Werkstatt steht, oder wo seine Werkzeuge zur Unbrauchbarkeit maltraitiert wurden, oder wo seine Müdigkeit überhand nimmt. „Mein Leben ist ein ständiges Geben, und so soll es auch sein. Kindern muß man geben. Doch wenn es auch besser sein mag, zu geben statt zu nehmen, so ist es auch viel ermüdender. — Daher kommt es, daß Erwachsene in Summerhill sich manchmal ärgern. Nicht oft, aber gelegentlich. Kinder sind keine jungen Erwachsenen, sondern eine andere Art von Menschen. Sie lieben Lärm und Schmutz; sie trampeln auf den Teppichen; sie brüllen wie die Lümmel; Möbel existieren für sie nicht, und wenn sie etwas Aufregendes spielen, treten sie auch auf eine Kopenhagener Vase, wenn s