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In einer sorgfältigen physiologischen Untersuchung der richtigen und falschen Spannungsverhältnisse im menschlichen Körper kommt der Verfasser zu dem
Ergebnis, daß durch übermäßige Anforderungen des Lebens, über endogene und exogene Ursachen eine immer größer werdende Sensibilisierung der Erregbarkeit im Gesamtnervensystem und dem zugehörigen, korrespondierend mitreagierenden Muskelsystem eintritt. Diese Gesamtspannung, angefangen im Zentrum, bildet über den subcortex, das Rückenmark zur peripheren koordinierten, muskulären Spannung eine Einheit, eine fest zusammenhängende Brücke mit drei Gliedern: Zentrale, neurale Mitte und periphere Muskulatur.
Die Erkennung, Erfassung und Ausschaltung aller pathologischen oder unnötigen Spannungen hat nach Ansicht des Verfassers bereits therapeutischen Wert und kann darüber hinaus als exaktes wissenschaftliches Experiment gewertet werden. Er weist nach, daß bei der üblichen Nervosität in hohem Grade solche überschießende Fehlspannung auf psychischem, neuralem und peripher muskulärem Gebiet vorliegt. Seine Diagnostik erfaßt diese Fehlspannungen vorwiegend an der muskulären Peripherie, einschließlich der mimischen Gesichtsmuskulatur. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet er auch die Atmung und benützt sie als äußerst wirksames therapeutisches Mittel. Als Normalatmung bezeichnet er völlig naturhafte, lockere und von jeder Überspannung freie Zwerchfell-Bauch-Atmung. Nur dahin will er zurückführen, und auch das wieder geht nur mit behutsamem und differenziertem Entspannen. „Atmen ist ein Geschehenlassen, nicht ein Machen.“ Diese Einsicht unterscheidet die ganze Arbeit von der üblichen Atemgymnastik. Es ist ein „Dienst“ an der Atmung, an diesem rhythmischen Grundgesetz: Ausatmen — Pause — Einatmen. Gelingt es über die Einsicht und die Mitarbeit des Patienten, auch dort die Fehlspannungen abzubauen und ein wirkliches Loslassen zu erreichen, so kommt statt einer Erschlaffung eine echte Aktivität.
Hier liegt sicher ein Unterschied zum au