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Das, was die Amerikaner vor uns voraus haben, ist das freie Eingeständnis ihrer Armut: Gemeint ist nicht das der physischen Armut (die bei uns allerdings auch passioniert verdeckt wird): sondern jener richtungslosen Verlassenheit, die in den spezialisierten Massenkombinaten unserer Über-Städte sich entwickeln muß. Hetze und Leere, statt Tagewerk und Muße. Das mag in USA. schon längere, schon härtere Erfahrung sein. Jedenfalls konsolidiert sich auf dem Boden dieser Wirklichkeit, die man sich eingesteht und die niemand scheint ändern zu können, allenthalben eine warmherzige Mitmenschlichkeit. Aus solchem Geist ist dieses Buch einer Heilgymnastin geschrieben. Und wenn man weiß, daß die Autorin eine Immigrantin ist, dann wird man zugleich die Kraft bemerken, mit welcher die neue Welt ihre Probleme auch dem aufgibt, der erst kurze Zeit in ihr lebt: und wie selbstverständlich es ist, sie im Sinne eines American way of life zu beantworten.
So ist das Buch zwar ganz amerikanisch, aber deshalb nicht weniger für uns brauchbar. Wenn nicht one world, dann doch one civilization. Es ist in einer charmanten Art freundlich und sucht des Lesers (des gehemmten wie dessen, der zu verspießern droht) sich zu bemächtigen. Einfache Faustregeln werden aus ganz vorzüglichen Beobachtungen all täglicher Fehlhaltungen und Fehleinstellungen (Verkrampfung, Schlaflosigkeit und so weiter) gewonnen. Es ist ein entspannender Genuß, das Buch zu überfliegen und bald bleibt man irgendwo hängen, fühlt sich angesprochen in eigener Sache. Äußerst angenehm, daß keine mißverstandene „Kundalini-Yoga“ oder „Weltanschauliches“ das Vergnügen trübt.
Für Gymnastiklehrer, Ärzte, aber auch für den gemeinen „Nervösen“ ein gleich hilfreiches Buch. Man kann es dort, wo therapeutische Beratung genügt oder genügen muß, dem Patienten getrost in die Hand geben. Schade, daß wir das Buch nicht in deutscher Übertragung besitzen.