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Das vorliegende Buch ist zweifellos eines der wichtigsten und zugleich spannendsten der ganzen psychologischen Literatur. Etwa ein Drittel des Buches ist den Wolfkindern Amala und Kamala gewidmet, mit welchen die wissenschaftliche Literatur zum ersten Male zuverlässige
und substantielle Angaben über solche seltenen Fälle bekommt. — Im September 1920 machte der indische protestantische Pfarrer J. A. L. Singh eine Missionsreise nach dem Dschungel. Im abgelegenen Dorfe Godamuri hörte er, daß im Walde Gespenster mit Wölfen zusammen leben. Am 9. Oktober ging er bei Dämmerung an den fraglichen Ort und sah dort aus einem leeren Termitenhügel drei große und zwei kleine Wölfe kommen, und dann zwei seltsame menschenähnliche Wesen mit großen, runden Köpfen und glänzenden Augen. Er erkannte sofort, daß diese angeblichen Gespenster Wolfkinder waren. Am 17. Oktober kam er mit einigen Gehilfen zurück. Die Wölfin wurde getötet, die beiden andern Wölfe flohen. In der Höhle fand er die beiden kleinen Wölfe und die zwei Kinder, welche alle wie eine Kugel zusammengerollt lagen. Mit größter Mühe konnte man sie auseinanderbringen und sich der beiden Kinder bemächtigen. Pfarrer Singh ließ sie dann vorübergehend im Dorfe bei einem Eingeborenen in einem umzäunten Platz zurück. Ihre Köpfe waren nur wegen der Haare so enorm, und als man diese geschnitten hatte, sahen die Kinder ganz menschenähnlich aus. Es waren zwei Mädchen, vermutlich 8 und 2 Jahre alt. Pfarrer Singh kehrte erst am 23. in das Dorf zurück und fand dort die beiden Kinder allein: Die ganze Bevölkerung war aus Angst vor den „Gespenstern“ geflüchtet und hatte die beiden Kinder während der 5 Tage allein, ohne Essen und Trinken, gelassen. Sie erholten sich aber überraschend schnell und Singh nahm sie mit sich nach Midnapur, wo er in seinem eigenen Hause eine Anzahl Waisen beherbergte. Er und seine Frau widmeten sich nun der Aufgabe, die beiden Wolfkinder, denen sie die Namen Kamala und Amala gegeben hatten, zu Menschen zu erzieh