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Das Buch wurde 1945 geschrieben. Es erzählt von vielen bedeutenden Menschen, denen v. Weizsäcker begegnete, behandelt religiöse, politische, soziale und psychologisch-philosophische Probleme, — gibt ein unerhört lebendiges Bild des „Zeitgeistes“, besonders der Jahre zwischen den beiden Weltkriegen, und endlich formt sich aus dem allen das Bild des Autors selbst —, gänzlich ungewollt und völlig unreflektiert. („Von einer Autobiographie kann keine Rede sein“ heißt es in der Vorrede.) Die Problemkreise sondern sich teils voneinander ab, teils vereinigen sie sich unter psychologisch-philosophischen Gesichtspunkten. Der Akzent ruht wechselnd auf der persönlichen Begegnung mit bedeutenden Menschen — oder noch persönlicher auf der eigenen „Entscheidung“ respekliv der „Unentschiedenheit als Prinzip“ — und auf dem sachlichen Problemgehalt. Man könnte mehrere gesonderte Aufsätze aus dem Buch herausziehen und ebensogut eine Sammlung schlagender Epigramme.
Die Probleme werden fast durchweg am Rande ihrer Abgründigkeit diskutiert. Oft spürt man förmlich, wie es den Autor immer wieder vom Wißbaren und Erforschbaren in das Frag-Würdige hinabzieht. Man findet darum auch nicht den kleinsten Rest mehr vom Ehrgeiz, Kenntnisse zu erweisen oder die Wichtigkeit eigener Gedanken zu betonen. Tiefste Abneigung gegen jedes verbrauchte Wort und gegen jede akademische Formel. „Philosoph ist, wer eine bestimmte Art von schlechtem Gewissen beim Worte Philosophie hat.“ Völlige Gleichgültigkeit gegen ein positiv oder negativ eingestelltes „Publikum“. Völlige Gleichgültigkeit gegenüber der Möglichkeit, daß „man“ doch sehr gefährliche Stricke aus diesen und jenen Äußerungen drehen könnte.
Die Gedanken bewegen sich in jener Ebene, in der im Logischen das Alogische sichtbar wird, im Guten das Böse und im Bösen das Gute—in jener Ebene also, in der die Gegenstände selbst beginnen, fragwürdig zu werden. Viele Absätze ließen sich in der weisen Skepsis zusammenfassen: Gibt es das eigentlich? Ist es nicht vie