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In einer Zeit, da Krankengeschichten von Schizophrenen immer mehr nur den Stoff für daseinsanalytische Untersuchungen abgeben, gehören psychoanalytische Arbeiten, die dieses Krankheitsbild mit der individuellen Lebensgeschichte in Zusammenhang zu bringen suchen, zu den Seltenheiten. Wenn dazu noch behauptet wird, allein durch (allerdings entscheidend modifizierte) psychoanalytische Behandlung eine Heilung erzielt zu haben, so stellen sich Neugierde und wohl auch Bereitschaft zur Kritik bei der Mehrzahl der mit der Schizophrenie in Berührung kommenden Ärzte ein.
Zu diesen seltenen Arbeiten gehört eine in der Schweiz seit Jahren lebhaft diskutierte, in Deutschland aber kaum beachtete Monographie der Genfer Psychonalytikerin Frau M.-A. Sechehaye. Die Darstellung des von ihr behandelten Falles gibt ihr Gelegenheit (und das ist ihr eigentliches Anliegen), eine neue Form der Behandlung von Schizophrenen zu beschreiben. Der Fall selbst ist schon interessant genug. An seiner Zugehörigkeit zu der großen Krankheitsgruppe Schizophrenie kann nach dem Urteil der 15 namhaftesten schweizer Psychiatern nicht gezweifelt werden.
Im Anfang wurde bei der Patientin wegen des mit 13 Jahren langsam einsetzenden geistigen und affektiven Verfalles meist eine hebephrene, später mit 20 bis 23 Jahren bei mehr dramatischem Verlauf eine paranoide Dementia praecox angenommen. Da die Klinik-und Anstaltsaufenthalte vor 1936 lagen, wurde eine Schockbehandlung nicht durchgeführt. Die Behandlung im psychotherapeutischen Sinne erstreckte sich über 8 Jahre, wobei allerdings durch Anstaltsaufenthalte mehrfach längere Unterbrechungen eintraten. Ein weiteres Zusammenleben von Therapeutin und Patientin schloß sich an die eigentliche Behandlung an. In der analytischen Behandlung sind zwei Abschnitte zu unterscheiden:
Die drei ersten Jahre eines relativ strengen, schulgerechten psychoanalytischen Vorgehens mit der Besprechung der Lebensgeschichte, in der Hoffnung eine affektive Entlastung dadurch herbeizuführen.