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Das Buch handelt vom unpersönlichen Denken. Damit ist nicht etwa ein sachliches, wissenschaftlich exaktes, streng am Objekt orientiertes Denken gemeint, was sich darunter auch vorstellen ließe. Feldkeller bezeichnet damit vielmehr die Tatsache, daß das Denken im allgemeinen nicht unserer bewußten Persönlichkeit entspringt, sondern sich von unbewußten, unpersönlichen Motiven determinieren läßt. Das Verhältnis des Einzelnen zum Unpersönlichen seines Denkens wird hier zum erstenmal klar und umfassend dargestellt.
Der Bestand des unpersönlichen Denkens setzt sich mannigfaltig zusammen. Die bisher bekannteren innerseelischen Einflüsse wie die der archetypischen Bilder im Jungschen Sinne und der Übertragungen von persönlichen Imagines nach Freud legen nicht allein unsere Denkgewohnheiten fest. Es wirkt vielmehr all das mit, was in einem sehr weiten Sinne als Milieu bezeichnet werden kann: geographische und klimatische Einflüsse, landschaftlich Provinzielles und die in sich geschlossene Aura der großen Städte, politische Parteien, religiös-konfessionelle Gruppen, soziale Klassen, Richtungen des Zeitgeistes, des Volksgeistes und des Kollektivgeistes. All diese Faktoren sind nicht allein sozial bindend und sind es überhaupt nur darum, weil sie tieferen mythischen Anspruch haben oder, wie der Verfasser sagt, „magnetoid verfugt“ sind. Was heißt das? Feldkeller bezeichnet die Form des unpersönlichen Denkens in Anlehnung an Rudolph Eucken als Verfugungen oder Syntagmen. Es handelt sich dabei um Schwerpunkte des Interesses. So wie dem Tier eine Merkwelt eignet, die sich durch dessen Organismus bestimmt und prägt, ist der Mensch auf eine Fallwelt ausgerichtet, die sein Interesse beherbergt. Während die Merkwelt statisch, spröde und unbildsam ist, zeichnet sich die Fallwelt durch Elastizität und Wachstumsfähigkeit aus. Die Merkwelt ist natürlich, die Fallwelt ihrem Wesen nach Kultur.
Der Einzelne baut sich Dauerfugungen auf, aus denen heraus er handelt. Die Dauerfugung bietet biologi