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Diese beiden Bücher Rothackers brachte der Bonner Verlag H. Boavier & Co. in Lizenzausgaben erneut nicht wesentlich geändert und kaum glücklicher als früher R. Oldenbourg heraus. Der Druck zumal des erstangeführten Werkes ist nachlässig mit zum Teil sinnentstellenden Druckfehlern (dasselbe Werk ist außerdem durch besonders kleinen Druck schwer lesbar), während inhaltlich weniger das klassische Buch der Schichtentheorie als die „Logik und Systematik der Geisteswissenschaften“ der Überholung bedürftig erscheint. Ist bei Rothacker vieles mehr Entwurf, Anregung als methodische Durchführung (hier verrät sich der künstlerisch-literarisch eingestellte Geisteswissenschaftler), so wirkt sich dieser Umstand beim heutigen kritischen Lesen der „Geisteswissenschaften“ sympathischer für das Werk aus als wenn es apodiktischer gehalten wäre: zuviel, was Rothacker damals wissenschaftlich empfahl, erscheintheute durch die jüngere geschichtliche Entwicklung überholt und erledigt. Die „Logik und Systematik der Geisteswissenschaften“, ein Gewächs des Historismus, mutet heute stellenweise wie ein Entwurf gewisser politischer Doktrinen aus der Nachbarschaft von „Blut und Boden“ an, und es ist rückblickend gewiß interessant, den deutschen Historismus mit seiner Betonung des irrationalen Eigenwertes einer Epoche und einer Nation als eine der nährkräftigsten Wurzeln des deutschen Faschismus zu begreifen.
Für den Psychologen ist jedoch noch ein anderer Blickpunkt des Buches anregend, nämlich der der Abhängigkeit des Individuums von den herrschenden geistigen Strömungen. Die Korrelation von Weltanschauung und persönlichem Verhalten, die übertypologische Reaktion des Einzelnen auf gewisse „in der Luft hängende“ Bedeutungsinhalte der Politik, Wirtschaft und Religion etwa sind noch kaum ernsthaft bearbeitet worden, obwohl es zur Erfassung des komplexen Gebildes, das man als „Realität“ zu bezeichnen gelernt hat, erheblich beitragen würde. Die kürzlich erschienene Zusammenfassung einer größeren Arbe