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Der Verfasser dieser vorzüglichen, auf umfassenden Studien beruhenden Monographie hat sich seiner Aufgabe in hervorragender Weise entledigt. Der 1888 geborene, heute im Ruhestand lebende Pfarrer bearbeitet mit Verständnis, Sorgfalt und Scharfsinn das Problem der Sakralmahlzeit in seiner Beziehung zur menschlichen Existenz. Diese bestimmt er aber nicht im Sinne der vielen heutigen Existenzphilosophien, sondern erfreulicherweise in einer viel umfassenderen Schau, welche die menschlichen Lebensnotwendigkeiten und -interessen von den elementaren vitalen Belangen bis hinauf zu den höchsten soziologischen und seelisch-geistigen, ja Ewigkeitsbedürfnissen, sowie den ihnen entsprechenden Vorstellungen und Riten untersucht. Dabei will er beweisen, daß „in den konfessionellen Abweichungen Struktureigenarten anthropologischer Verschiedenheit sich durchsetzen“ und zu Typen führen, „die sich als analog zu den Eigenarten konfessioneller Ausprägung des christlichen Abendmahles erweisen“.
Die ungeheure Fülle des Stoffes ließ manche Gruppen des Sakralmahles, aber auch einzelne theoretische Ableitungen nur in etwas spärlichen Andeutungen vorführen, die den offenen oder latenten Sinn der Feier dem Leser vorenthalten. So bemerkt Bammel zum Beispiel über die Communion der Herrn huter: „Bei der «Abendmahlsfeier am Ehefest» … liegt eine gewisse Beziehung zum sexus, zum proles vor“ (Seite 52). Diese Angabe ist kaum verständlich und wird jenem Ritus nicht gerecht. Das Abendmahl war nach Zinzendorfs Auffassung eine Umarmung, die der Gläubige, dieses Eheweib Christi, mit dem „Bräutigam“ und „Mann“ vollzieht, ein ehelicher Akt, der aber mit dem proles, der Nachkommenschaft, nichts zu tun hat. In einer Predigt sagt der Graf: „Wenn wir … im heiligen Abendmahl wirklich in seinen (scil. unseres Lämmleins = Christi) Tod und Marter-Leichnam hinein beißen, wenn wir … uns todt küssen möchten an Jhm, und er an uns, … so daß bey alle dem unsere leibliche Augen doch geschlossen … bleiben, daß doch unsern n