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Es handelt sich um eine wesentlich deskriptive religionswissenschaftliche Darstellung des Verhältnisses von Religion und Ethik in den lebenden Weltreligionen und den vergangenen Kulturreligionen des persischen Mazdaismus, des babylonisch-assyrischen Kulturkreises und der alten Ägypter und Griechen. Wer im Titel Psychologisches oder Daseinsanalytisches wittert, wird nicht auf seine Rechnung kommen; Verfasser lehnt eine Erklärung des individuellen Werterlebnisses als ihm nicht zukommend ab. „Wir lassen es dahingestellt sein, ob Werte an sich in einer idealen Sphäre existieren wie mathematische Wahrheiten, oder ob sie und inwieweit sie von gleichgearteten Seelen und Geistern erst erschaffen und verkündet werden“ (Seite 127). Immerhin spricht er von einer „Wertpyramide“ und davon, daß es ein „Reich des ethisch Wertvollen“ gäbe, „das von verschiedenen Seiten und Ausgangspunkten aus zugänglich sein muß“ (Seite 127). Die verschiedenen Ausgangspunkte sind die Religionen, die zunächst reinen Antworthaltungen des Menschen auf ihm Unverständliches gleichkommen, dann entweder ethisiert werden oder sich der Ethik bedienen, um ihren Gläubigen die Erlösung zu bringen.
Verfasser teilt die großen Religionen, lebende und vergangene, in sechs Typen ein: im ersten Typus fallen Ethik und Religion zusammen wie bei der Lehre Zarathustras, dem sogenannten Mazdaismus; ein zweiter Typ, wie das Christentum, enthält das Ethos ursprünglich im Kern nicht, bringt dasselbe aber notwendig hervor; weiter kann eine Religion zunächst ethisch indifferent sein wie die altgriechische, wird jedoch in der Folge von ethisch schöpferischen Dichtern und Denkern ethisiert; in den mystischen Heilslehren Ost- und Südasiens dagegen erscheint die Ethik ihres Eigenwerts beraubt und hat nur relative Bedeutung zum Heilserwerb; Religionen der totalen ethischen Normierung des Lebens sind die israelitische Religion und der Islam; schließlich wird noch als Typus einer ethiklosen Religion der altgermanische Götterglauben g