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Nach 15 Jahren hat Theodor Geiger, Professor der Soziologie an der Universität Arhus, erstmalig wieder ein Buch in deutscher Sprache veröffentlicht. Nach Geigers Definition umfaßt die Intelligenz nur einen sehr begrenzten Personenkreis: nämlich die Schöpfer von Beständen der repräsentativen Kultur. Dabei hat die Intelligenz nicht nur eine Funktion innerhalb des Staats- und Wirtschaftslebens, sondern auch ihm „gegenüber“. Das kritische Verhalten der Intelligenz zur politischen Macht ist die wichtigste, ja nach Geiger die einzige Aufgabe, die der Intelligenz auf der politischen Ebene legitim zukommt. „Die Aufgabe der Intelligenz auf politischem Gebiet ist nicht konstruktiv, sondern destruktiv.“ Insbesondere hat die sozialwissenschaftliche Intelligenz die Ideologien der Machthaber und der Machtsuchenden als das zu enthüllen, was sie sind. — Trotz der hier und da an das Katastrophale grenzenden Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage fühlt sich die Intelligenz keineswegs deklassiert. „Der Stil der Lebenshaltung, der hier im Begriffe ist, sich herauszubilden, möchte am ehesten als „kultivierte, individuelle Lebensführung ohne Unkosten“ bezeichnet werden.“ — Zur Frage der sogenannten Absperrung der Intelligenz vom Volk führt Geiger aus: Die einzige Aufgabe der Intelligenz liegt darin, die Bestände der repräsentativen Kultur zu wahren und zu mehren. Es ist nicht die Aufgabe der Intelligenz, auf der Rostra des Agitators zu stehen. „Nicht die Intelligenz hat das Volk, sondern das Volk hat die Geisteskultur im Stich gelassen.“ — Ein geistreiches Buch in lebendigem und fesselndem Stil!