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Unter „Psychopathie“ versteht der Verfasser nicht eine abwegige seelische Veranlagung, wie gemeinhin üblich, sondern „krankhafte Erscheinungen der Phantasie, des Gefühls und Willenslebens“, also auch die Neurosen. Die gegebene Aufstellung „psychopathischen Typen“ genügt jedoch kaum zur Kennzeichnung kindlicher Fehlentwicklungen. Als Krankheitsursachen werden (neben der Erbanlage) häusliche Verwöhnung, nachteilige Lesestoffe, Unterernährung und sexuelle Exzesse angegeben. Zu wenig herausgestellt wird dagegen die große Bedeutung der Nestfiguren und der frühkindlichen Erlebnisse. Als Therapie werden allgemeine hygienische Maßnahmen, Überwachung des Sexuallebens und Entziehung von aufregenden Speisen und Getränken empfohlen. Ein Erfolg darf bei dieser Behandlung wohl sehr bezweifelt werden. Zu begrüßen ist die Forderung des Verfassers nach gründlicherer psychologischer Vorbildung der Lehrkräfte, damit sogenannte „psychopathische Kinder“ zur Diagnosestellung und Therapie an Psychologen überwiesen werden.