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Die deutsche Gesellschaft für Psychotherapie und Tiefenpsychologie hatte für die Zeit vom 15. bis 18. September 1950 zu einer Arbeitstagung nach Braunschweig geladen. Die offiziellen Begrüßungsworte der Regierungsvertretung sprachen so viel Hoffnungen für die fruchtbare Arbeit der Tagung aus, daß eis zu bedauern ist, wenn man rückblickend sagen muß: es blieb im ganzen bei einer kühlen Begegnung verschiedenartiger Meinungen zu den gestellten Themen.
Von den angekündigten Referenten und Teilnehmern, deren Ansichten zu hören bedeutsam gewesen wäre, fielen in letzter Minute manche aus — das mag zu den angedeuteten Mängeln beigetragen haben.
Zum Thema des ersten Tages, der Traumanalyse, sprach als erster Schultz-Hencke, Berlin:
Der seit 50 Jahren fortschreitende Infiltrationsprozeß der Traumdeutung in die Bereiche der Wissenschaft war und ist immer durchbrochen von der Infragestellung der Wissenschaftlichkeit solcher Versuche. Mindestens in Deutschland werde der Traumdeutung die „Universitätsreife“ abgesprochen. Es sei an der Zeit, schon um der Auflösung der Patientenwiderstände, aber auch um der Wissenschaft selbst willen, zu versuchen, eine wissenschaftliche Fundierung für die vielseitige Bemühung um den Traum zu gewinnen.
In erster Linie sei festzustellen: unsere Aufgabe ist Analyse, nicht Deutung des Traumes. Wo immer wir zu deuten versuchen, gehen wir ausschließlich so vor, daß wir eine ausreichend gesicherte Empirie, die aus der Analyse gewonnen ist, nachträglich anwenden.
Mit größter Vorsicht, jeden Schritt sichernd abwägend, versuchte Schultz-Hencke jene Aussagen zu machen, von denen er voraussetzt, daß sie für alle divergierenden Richtungen der Tiefenpsychologie verbindlich sein müßten, — so ein Gebiet wissenschaftlicher Gesichertheit abgrenzend, von dem aus die angestrebte „Amalgamierung“ ihren Ursprung nehmen könne, (die übrigens etwas völlig anderes sei als ein addierender Eklektizismus). Übrigens finde er auch vom Standpunkt der Therapie aus keinen letztlich unüb