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Die Auflösung vieler Werte und die Zerstörung der natürlichen Lebenssituationen durch Krieg und Flucht haben sicher zum Teil dazu beigetragen, das Problem der schwer erziehbaren Kinder zu vergrößern. Daß es sich aber nicht nur um ein Problem Deutschlands handelt, sondern um Fragen, die auch das neutrale Ausland angehen und dort zu Schwierigkeiten geführt haben, darauf konnte Prof. Fritz Mohr, Düsseldorf, in seiner Begrüßungsansprache hinweisen. Über die Grenzen hin zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit in diesen menschlichen Fragen zu kommen und damit Probleme aller europäischen Länder der Lösung näherzubringen, sei der Sinn dieser Tagung, so führte der Begrüßende aus.
Die Erziehungsberatung stellt im Rahmen dieser Fragen ein sehr wesentliches Problem dar; sie wurde von Frau Prof. Hetzer, Weilburg, im ersten Referat ausführlich behandelt. Die nächste Umwelt übt einen Einfluß auf die zu Erziehenden aus, ohne daß dieser offen in Erscheinung tritt. Daneben kann man von der Erziehungsberatung im täglichen Lebenskreis sprechen und schließlich von der planmäßigen Erziehungsberatung durch Ärzte, Sozialfürsorgerin und Psychologen. Es ist nicht immer einfach, die Situationen zu klären und die Erziehungsberatung hat noch ein großes Feld nicht nur in den Großstädten, sondern auch auf dem Lande zu bearbeiten. Gerade die letztere Tatsache hat dazu geführt, in einem gewissen Umfang „fliegende“ Erziehungsberatungsstellen einzurichten. Bei, dem Ausbau planmäßiger Beratungsstellen müßten auch Beobachtungsheime und Tagesbeobachtungsstellen vorgesehen werden, die aber nach Möglichkeit jede klinische Atmosphäre zu vermeiden hätten.
Die Störung in der Entwicklung der Triebregungen beim Kinde führt nach Dr. Boehm, Berlin, im wesentlichen zur Schwererziehbarkeit. Die Möglichkeiten der Fehlentwicklung sind schon früh gegeben. Das Kind darf in seiner Neigung, zu zerstören, und in seinem Drang, seine Kräfte mit den Dingen der Umwelt zu messen, nicht gehemmt, sondern muß richtig geleitet werden,