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Die vorliegende kasuistische Arbeit berichtet über die Krankengeschichte eines 38jährigen, erfolgreichen malayischen Mathematikers, J. L., welcher mit der Angabe, er leide seit Jahren unter „Geisterbesessenheit“ unsere psychiatrische Poliklinik aufsuchte. Durch die besonderen Merkmale des hierzulande außerordentlichen Falles haben wir uns veranlaßt gesehen, einen etwas ungewöhnlichen therapeutischen Weg einzuschlagen, welcher — bloß formal betrachtet — in der Heimat des Patienten nach den magischen Prinzipien dortiger Medizinmänner vielleicht in ähnlicher Weise beschritten worden wäre. Herrn Prof. Dr. G. Bally, einem unserer psychoanalytischen Berater, schulden wir für seine anregende Mithilfe großen Dank. Über die Herkunft, Lebens- und Leidensgeschichte des Kranken haben wir uns im Verlaufe längerer Besprechungen folgendes Bild machen können:
J. L., geb. 1912, stammt von japanischen Händlern und Seefahrern ab, welche sich vor mehreren Generationen in Malakka niedergelassen und mit der dortigen Bevölkerung vermischt hatten. Während die japanischen Vorfahren durch ihre geschäftstüchtige, skrupellose und gefühlskalte Art gefürchtet waren, zeichneten sich die malayischen Ahnen mehr durch ein gutmütiges, träges und kindliches Wesen aus. In der näheren Verwandtschaft des Patienten herrschte indessen das japanische Charakterelement vor; beide Großväter scharrten Geld und Gut zusammen und der Vater des Patienten übertraf sie noch an Tüchtigkeit und geiziger Härte. Er erwarb große Besitztümer (Plantagen, Kaufhäuser, Fabriken), schaffte sich eine ganze Reihe von Automobilen an und war auch innerhalb der Familie ein eigentlicher Tyrann. Seine Schwester, eine originelle, aber berechnende Abenteurerin, war nacheinander mit drei Männern aus verschiedenen Weltteilen verheiratet. Die Mutter des Patienten, früher eine stolze Schönheit, fiel während ihrer Ehe zunehmend durch ein kaltes, zynisches Wesen auf und befriedigte nach dem früh erfolgten Tode ihres Gatten ihre Geltungssucht d