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Im Gegensatz zur Konzeptionsverhütung wird ihr psychisches Korrelat, die Konzeptionsfurcht, kaum je Gegenstand ärztlicher Diskussion. Die Meinung, das Problem der Konzeptionsfurcht in der Erörterung antikonzeptioneller Maßnahmen erschöpft zu haben, bedeutet jedoch eine unangemessene Vereinfachung der wirklichen Verhältnisse. Sie entspricht der Neigung, psychologische Probleme in technische umzuwandeln und aufzulösen, hier etwa in das einer „Kohabitationstechnik“.
Die Konzeptionsfurcht als unerledigtes psychologisches Problem tritt etwa dort offen zutage, wo sie trotz antikonzeptioneller Maßnahmen weiterbesteht und gerade im Verein mit ihnen — oder auch ohne solche — zur Grundlage funktioneller Störungen wird. Zwar sind es zunächst diese Störungen selbst, deretwegen ärztlicher Rat und Hilfe gesucht werden. Solche Hilfe aber setzt das genetische Verständnis der Erscheinungen voraus. Es genügt nicht, wie es oft geschieht, sich mit der. Feststellung zu begnügen, daß eine funktionelle Störung psychisch bedingt, also „psychogen“ sei. Ihre Beseitigung erfordert ein spezielles Verständnis gerade der Psychogenese, also die Aufdeckung der psychischen Grundlagen. Und in der Praxis ist es denn auch immer wieder der Versuch einer genetischen Aufklärung funktioneller gynäkologischer Störungen, der auf die Tatsache der Konzeptionsfurcht führt.
Ist die Möglichkeit der Symptombildung noch relativ beschränkt, so ist die Zahl der Situationen und Erlebnisse, aus denen „psychogene Reaktionen“ zu erwachsen scheinen, praktisch unbegrenzt. Dabei bleibt die vielfältige Struktur solcher Reaktionen vorerst noch außer Betracht. Von beiden Seiten her scheint eine ordnende Klassifikation nicht möglich. Die Tatsache jedoch, daß nicht die äußere Erlebnissituation, sondern der spezifische, in ihr aktivierte Affekt die Reaktion bestimmt, ermöglicht eine gewisse Typisierung. Und wenn die Klassifikation psychogener Funktionsstörungen nicht nach symptomatologischen, sondern nach psychogenetischen Gesicht