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Es besuchte mich ein ungefähr 60jähriger Herr, um mir einen „prophetischen“ Traum vorzulegen. Grund dazu war, daß ich in einer kleinen Gesellschaft, an der auch er teilgenommen hatte, ausführte, ich glaube nicht an Träume, welche die Zukunft vorauszusagen vermöchten: was man im Wachzustande nicht vorausberechnen könne, gebe einem auch der Traum nicht ein und eröffne einem keine andere Methode.
Der Herr war in früheren. Zeiten Kaufmann von Beruf. Er zog sich früh vom Geschäft zurück und wohnt in einem Häuschen an einem unserer Seen, in der Nähe eines Abflusses. Seit Jahren ist er ein passionierter Fischer, und er hat ein Boot.
Sein Traum lautet: „Ich fuhr über den See. An einer ganz bestimmten Stelle, nicht weit vom Ufer weg, sah ich auf einmal eine Gestalt mit weit ausgebreiteten Armen im Wasser liegen, halb vom Sand zugedeckt. Bevor ich richtig erschrak, entdeckte ich, daß es nur eine Vogelscheuche war, die jemand ins Wasser geworfen haben mußte.“
„Der Traum“, berichtet der Gewährsmann weiter, „hat mir trotzdem einen gewissen Eindruck hinterlassen. Am Morgen habe ich ihn meinen Angehörigen erzählt. Die Stelle, wo der Traum spielte, habe ich dann — jedoch nicht mit Absicht — eine Zeitlang nicht mehr befahren. Etwa eine Woche später, und nachdem ich den Traum wieder vergessen hatte, ruderte ich wieder am betreffenden Ort vorüber — und genau am Schauplatz des Traumes, das Wasser ist dort etwa anderthalb Meter tief, erblickte ich einen vom Schlamm fast zugedeckten Ertrunkenen, der die Arme emporstreckte. Jetzt fiel mir mein Traum wieder ein: das Bild entsprach genau der Wirklichkeit — nur war es keine Vogelscheuche, was drunten lag, sondern eine Leiche. — Ich holte rasch Hilfe, und es kostete Sorgfalt und Mühe, den Leichnam zu bergend Pl$oUtzlich trieb der von Gasen aufgedunsene Körper an die Oberfläche. Man sah, daß er schon längere Zeit im Wasser gelegen haben mußte. — Man hat die Leiche als die eines Selbstmörders agnoszieren können, dessen Kleider und einen Abschiedsb