You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Zu den eindrucksvollen Zeichen des geistigen Lebens unter den tiefenpsychologisch orientierten Therapeuten und Forschern gehört das gleichzeitige Auftauchen neuer Leitgedanken. An einer in gemeinsamer Schau verbundenen Gruppe von Menschen wird sichtbar, was für jede Stilbildung gilt: ein gemeinsames Gefühl der Nötigung, die einem vom Stoff her erwächst. Dieser Nötigung entspricht aber nicht ein durchaus gleichartiges Menschenbild. Was neu entdeckt wurde, war die Wirksamkeit unbewußter Einflüsse auf die Lebensführung. Die Dynamik des „Es“ ist der eigentliche Kern der neuen Anschauung, und was bei aller Divergenz der Interpretation zu einer „Stileinheit“ der Forschung führte. Wenn der Durchbruch in eine Richtung erfolgt ist, wenn ein neuer „Aspekt“1) gefunden ist, kommt die Phase der Verbreiterung der Erfahrung in der Annahme der neuen Sicht, Für die Tiefenpsychologie ist der erste Schritt der Findung des „Aspektes“ geschichtlich eindeutig an die Arbeit Sigmund Freuds geknüpft. Er hat in völliger Einsamkeit des Beginnes2) eine fällige Wendung bei der Betrachtung menschlicher Wirklichkeit vollzogen und durch die eigene Arbeit und die seiner Schüler diese neue Sicht zur unausweichlichen wissenschaftlichen Aufgabe werden lassen.
Zum Wesen des Aspektes gehört zweierlei: Einmal, daß er an einen Blickpunkt gebunden ist; und dann, daß er nur eine Teileinsicht, verschieden weit reichend,