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Der menschliche Gang ist bislang weder unter dem erlebnispsychologischen noch charakterologischen, sondern allein unter dem anatomisch-physiologischen u. neurologischen Aspekt eingehender untersucht worden. Was die naturwissenschaftlich orientierte Gangforschung an Resultaten gezeitigt hat, referiert Kietz zunächst in knappen Zügen in der Einleitung ihrer Abhandlung, ineins mit einer methodischen Klärung der eigenen leitenden Fragestellung. Die Untersuchung beschränkt sich auf den normalen Gang Erwachsener zwischen 18 und 35 Jahren, ohne phasen- und geschlechtsspezifische Differenzen zu berücksichtigen. Die charakterliche Artung der Versuchspersonen wurde einerseits mit Hilfe der Wartegg-Erzählungs- und Zeichentests, eines selbstgeschriebenen Lebenslaufes, einer graphologischen Beurteilung, der Deutung der Sprechstimme, des Verhaltens, der Mimik und äußeren Erscheinung und einer Exploration, andererseits durch die Deutung der Ausdruckshaltigkeit des Ganges eruiert. Der Erfassung des letzteren diente eine Reihe von getarnten, das heißt den Versuchspersonen das eigentliche Beobachtungsfeld verbergenden Experimenten, bei denen auch unbemerkte Filmaufnahmen gemacht wurden. An jenen sowohl wie an Alltagsbeobachtungen hat die Verfasserin ihren Blick geschult. Es gelingt ihr, sehr differenzierte „Kategorien zur Bestimmung des Ganges“ herauszuarbeiten, die sie in Kategorien der Haltung (nach der Gesamthaltung und der Haltung der Teile — Kopf, Schultern, Arme und so weiter — geschieden) und solche der Bewegung teilt. Innerhalb der letzteren grenzt sie Geschwindigkeit, Richtungsbestimmtheit, dynamisch betonte Richtung, Kraft, Elastizität, Verlaufsform, Stil der Gesamtbewegung gegen die Teilbewegungen ab, welche ihrerseits nach Schrittbewegung (Schrittgröße, Spurbreite, Gewicht und so weiter), Mitbewegungen (von Rumpf, Schultern, Armen, Kopf), Geräuschen, Regelmäßigkeit und Variabilität charakterisiert werden. Die deduktive charakterologische, vor allem an Lersch orientierte D