You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Aus einem Beobachtungsmaterial von nahezu 600 Fällen von Gehirnverletzten hat Betzendahl 19 Krankengeschichten ausgewählt, die „außer, den relativ gut, bekannten elementaren Symptomen von Hirnschädigungen immer auch solche von einstweilen noch höchst fragwürdiger Gestalt; durch Mitbeteiligung der Psyche“ zeigten. Die Ordnung der sehr anschaulich und lebendig geschilderten Fälle geschieht nach dem Gesichtspunkt der vorwiegend betroffenen, klinisch abgrenzbaren Gehirnterritorien: Hinterhaupt und Kleinhirn, Scheitelhirn und Zentralwindungen, Schläfenhirn und Sehhügel, Stirnhirn und große motorische Kerne, periphere Blindheit. Neben der Zuordnung der jeweiligen Störungen zum lädierten Substrat ist es dem Verfasser vor allem um die Herausarbeitung der Weisen der Einordnung der Funktionsausfälle in das Gesamtverhalten der Kranken zu tun. Er stellt fest, daß „häufig mehr die allgemeine seelische Wandlung“ das Bewußtsein der Gehirnverletzten „einnimmt, als daß die einzelnen Mängel oder gar die Ursachen zur Selbstwahrnehmung gelangten“. Einzelheiten, die mit der dem Verfasser eigentümlichen Eindringlichkeit formuliert sind, entziehen sich dem Referat.