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„Hier soll nicht der geniale Wurf einer neuen Menschlehre vorgelegt werden, nur der Versuch einer umfassenden, also nüchternen philosophischen Menschbetrachtung.“ So bestimmt Verfasser in seinem Vorwort das Werk als einen Versuch, das Gesamtbild des Menschen nicht aus der Summe naturwissenschaftlicher und geisteswissenschaftlicher Einsichten, sondern aus der Einheit beider Betrachtungsweisen zu gewinnen.
Die „naive“ Phase der Philosophie, die Kosmologie, fragte noch nicht nach dem Wesen des Weltgesetzerkenners, die anthropomorphen Hintergründe der Weltanschauungen blieben unbewußt. Mit der Kritik der Weltanschauungen wurdeaufgewiesen, daß ihnen bestimmte, nichtgeprüfte Vorentscheidungen zugrunde liegen: Relatives, Teilaspekte sind absolutiert und stellen sich als Monismen dar — Korporismus, Naturismus, Animismus und Spiritismus. Diese Weltanschauungskritik führte zu der Erkenntnis, daß Weltanschauung von der Menschenanschauung abhängig ist. Die theoretische Anthropologie nun, als Nachfolgerin der „spekulativen“ (= intellektuell-geistig, anschauenden) deduziert nicht aus einem der vier Monismen, sondern behandelt zunächst die Ergebnisse der heutigen theoretischen Biologie. Ihre Axiome werden in die Tradition der Aristotelischen Metaphysik (die drei Substanzbegriffe) eingegliedert und interpretiert, so daß der Leser nicht nur den geschichtlichen Zusammenhang, die Erkenntnisse einer Einzelwissenschaft in ihren geisteswissenschaftlichen Bezügen übersieht, sondern das Wesen des Menschen sich zu, gleich abhebt vom nur Natursein. Die vier monistischen Teilaspekte der Menschen- und Weltanschauung werden in ihrer Herkunft dargestellt als zum Wesen des Menschen gehörig, aber ihn nicht einzeln bestimmend. Die Konkordanz der Schichten gebe dann freilich ein ontologisches Problem auf, aber der Grund zu einem „integralen Humanismus“ ist gelegt, wenn erst einmal die metaphysischen unbewußten Vorentscheidungen der Monismen erkannt sind.
Naturlehre und Personlehre sind nicht zu trenne