You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Für die Gläubigen aller Religionen ist das Weiterleben des Menschen nach dem Tode, in freilich recht verschiedener Art, unleugbare Wirklichkeit, während die Wissenschaft nur den Glauben an jenes Geschehen ernst nimmt und dieses also nur psychologisch und historisch erforscht und beurteilt, obwohl auch heute vieüe Wissenschaftler überzeugte Christen sind. Dieser so viel erörterte Widerspruch wird den Forscher und Philosophen, der sich allen Möglichkeiten offen hält, immer wieder zu dem Versuch reizen können, eine solche Kluft wenigstens zu verschmälern. Von philosophischer Seite aus hat Hermann Keyserling in seinem Jugendwerk „Unsterblichkeit“ nachzuweisen versucht, daß es der Wissenschaft naheliegen müsse, jene als eine Wirklichkeit anzuerkennen, die freilich kaum erforschbar sei.
Den entscheidenden Schritt darüber hinaus hat der Okkultismus getan, indem er das Weiberleben des Menschein zu beweisen sucht. In besonders übersichtlicher Weise wird diese) Forschungsweise in Carl du Preis 1892 erschienenem Buch „Das Rätsel des Menschen“ dargestellt, das jetzt im Hermann Glock Verlag in Wiesbaden neu erschienen ist, herausgegeben von Herbert Fritsche. Du Prel sucht als Kantianer das transzendentale Subjekt im Menschen als dessen jenseitsbestimmten Teil überzeugend zu machen und glaubt aus der Mystik und dem Spiritismus und aus der Erforschung der Hypnose, der somnambulen Zustände u. a. das Wirken des jenseitigen Menschen erweisen zu können. Der kritische Wissenschaftler wird diesen Beweis nicht als erbracht ansehen.
Viel reichhaltiger und präziser sind die Erläuterungen Herbert Fritsches, die etwa ein Drittel des Buches ausmachen und einen guten Überblick über den heutigen Stand okkultistischer Forschung und Praxis geben, soweit sie den Menschen selbst betreffen. Um Beweis