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Toynbee findet in unserer Erdgeschichte 21 voll entwickelte Zivilisationen, d. h. komplizierte Gesellschaftsgefüge, in denen sich die schöpferische Gestaltungskraft einzelner Menschen und Menschengruppen in eigenwilliger Weise zu bezeugen vermochte, bzw. noch vermag. Wie kommt es, so fragt er im ersten Teil seines breit angelegten Werkes, daß das Leben zahlreicher primitiver Völker, zum Beispiel einiger Südseestämme, durch die Jahrhunderte, manchmal durch die Jahrtausende hindurch in den gewohnten Gleisen der täglichen Bedürfnisbefriedigung, der Versponnenheit in unbezweifelbare Normen des Zusammenlebens und der magischen Weltauslegung dahinzieht, während in anderen Völkern ein plötzlicher Aufbruch erfolgt, dessen Zeugnisse uns über die Jahrtausende hinweg zu erschüttern vermögen?
Toynbces Antwort: Zivilisationen sind die sichtbar gewordenen Erwiderungen, die einzelne Menschengruppen auf Herausforderungen der Natur, bestimmter Situationen oder andrängender Menschen gegeben haben. So antwortete Athen auf die Herausforderung des Bevölkerungsdruckes, die ganz Griechenland aufgegeben war, mit der Umstellung auf Handel und Geldwirtschaft. Die tiefgreifenden Veränderungen, die diese Umstellung im Gesellschaftsgefüge Athens und in der Lebensorientierung seiner Bürger erforderte: so etwa die Arbeitsteilung, die weitreichende Kalkulation, der Zwang zur liberalen Aufgeschlossenheit für die Forcierungen und Interessen des Partners, zur Kompromißbereitschaft; dies alles verlangte eine demokratische Willigkeit zur Zusammenarbeit. Damit wurde aber wieder jene verantwortungsfreudige und freiheitliche Gesinnung gestärkt, die noch heute als der Schoß der unübertroffenen schöpferischen Lebendigkeit Athens erscheint. Sparta antwortete dagegen auf dieselbe Herausforderung mit der Unterwerfung der Messener. Als weitere Aufgabe ergab sich daraus jedoch die Umwandlung des ganzen Staates in eine Kriegsmaschine, - die schließlich als eine unentrinnbare Zwangsjacke die gesamte Lebenseinstellu