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Der bekannte Münchener Religionsphilosoph versucht, zu einer Anschauung zu gelangen, wo Theologie, Philosophie u. Psychologie nur verschiedene Seiten einer unzertrennbaren Einheit bilden, von woher den ewigen Fragen des menschlichen Geistes sowie den aktuellsten gegenwärtigen Problemen Antwort erteilt werden kann. Als Zugang wählt er die drei Fragen: Freiheit, Gnade, Schicksal. Bei jeder versucht er zunächst, das Problem mit Hilfe des natürlichen Lichtes des Menschenverstandes zu erhellen; dann stellt er es in die Perspektive der christlichen Offenbarung, wo sich eine neue Dimension entfallet. Von dieser Perspektive aus wird auch die „natürliche“ Auffassung ergänzt und zu ihrer vollwertigen Bedeutung gebracht. Aus dieser „Wanderung durch die Höhen, Tiefen und Breiten der Existenz“ seien hier nur wenige Streifzüge angedeutet:
Freiheit. Von den anderen menschlichen Verhaltensweisen unterscheidet sich die freie Tat dadurch, daß sie einen „echten Anfang“ bedeutet und daß sie Eigentum ihres Tälers ist, der sich eben dadurch verwirklicht. Deshalb ist sie vom Bewußtsein der Verpflichtung und der Verantwortung begleitet. Sie entspringt nicht aus dem Ich als Ganzem, sondern aus der Person, die sich dadurch als Träger des Geistes manifestiert. Die freie Tat ist auf eine Norm intendiert; wird dieser entsprochen, so bewirkt sie eine Bereicherung und Befreiung des Täters, im anderen Falle mündet sie in Verengung und Unfreiheit. — Auch die christliche Freiheit bedeutet einen echten Anfang: den Anfang eines übersinnlichen Lebens im Glaubenden. Es ist das Leben Christi im Menschen, das aber „dem Beschenkten tiefer zu eigen wird als alles, was zu seiner ersten Natur gehört“. Erst dadurch gelangt der Mensch zu seiner Wesensfülle und zur Befreiung von der Sünde, der Unfreiheit par excellence. In dieser Perspektive erscheint nun die natürliche Freiheit als Abglanz der christlichen Freiheit.
Gnade. Auf gleiche Weise hat die Gnade ihre Vorentwürfe im unmittelbaren Dasein. Im Staatsleben be