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In einer ebenso liebenswerten wie überzeugenden Art berichtet Verfasser von Beobachtungen aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Kinderkliniker, die die Auffassung widerlegen, man müsse Säuglingen und Kindern seelische Lexstungen absprechen und könne nicht anerkennen, daß selbst die primitivsten lebenswichtigsten Funktionen von psychischen Momenten abhängig seien. Die mitgeteilten kasuistischen Skizzen sind weniger tiefenpsychologisch
orientierte Psychosomatik als Früchte einer ärztlichen Haltung, die neben dem Scharfblick für Menschen und Dinge die gütige Zuwendung zu den Mitmenschen spüren läßt. — Bei Säuglingen und Kleinkindern sind es besonders deutlich Eigentümlichkeiten der Pflegenden, häufig in ausgesprochen sensitiven Familien, die zu einem Circulus vitiosus führen, derart, daß schon auf jedes Geschrei der Neugeborenen Beruhigungsversuche in Form von Wiegen, Schaukeln, Herumtragen, Musik und zusätzliche Nahrungszufuhr erfolgen. Schon nach 3 bis 4 Tagen vermögen die Neugeborenen mit „bewundernswerter Hartnäckigkeit solche Leistungen der Großen zu ertrotzen“. Ähnliches gilt später für das Einschlafen bei Licht und im Beisein Erwachsener und so weiter. Bei diesen Störungen sind meist Ängstlichkeit und übertriebene Fürsorge Hauptgründe für die unerwünschte Reaktion des Kindes. Häufig sind auch Schreckreaktionen der Kinder mit Durchfall und Erbrechen, Herz jagen, plötzlichem Erblassen sowie Harndrang. Krankhaft sind diese Störungen nur, wenn sie besonders lange anhalten oder schon bei geringfügigen Anlässen ausgelöst werden. — Auch für den Verlauf eines Keuchhustens, einer Zöliakie oder der sogenannten Nabelkoliken wird der Einfluß psychischer Momente in der Behandlung skizziert. Verfasser bestätigt ferner die Beobachtungen Moros, daß schon der Gang zum Arzt mittelhohes Fieber hervorrufen kann. Nach Elternbesuchen konnten Temperaturen bis 39 Grad, ja 40 Grad, beobachtet werden, ohne daß sonstige Gründe für die Fieberanfälle zu finden waren. — Für das Zustande