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Man kann die Ängste Depressiver vielleicht als „Symptom“ einer Grundkrankheit auffassen, man kann in ihnen auch eine seelische Reaktion auf das Leiden selbst sehen. Die Versündigungsgedanken der Kranken lassen sich allenfalls noch aus realen früherem Verfehlungen ableiten, während die Angst der Verarmung schon kaum mehr verstehend erfaßt werden kann. Schließlich aber gehen all diese Ängste meist weit über das Versiehbare hinaus. Sie sind überhaupt keine positiven, produktiven Symptome der Psychose, sondern die Psychose deckt lediglich die Urängste des Menschen auf.
Sorge um Seele, Leib und wirtschaftliches Auskommen sind auch dem Psychotischen als überindividuelle Merkmale des Menschen „vorgegeben“. Das klingt schon in stillen Stunden des Gesunden an, in den „Untergrundverstimmungen“ ist das noch deutlicher, und die cyklothyme Depression deckt diese Urängste ungewöhnlich klar auf. Diese Gedanken haben Beziehungen zur Theorie des Funktionsabbaus in der Psychose und zur Daseinsanalyse. Gemeint ist aber keine ontologische, sondern eine psychologische Daseinsanalyse. Es wird betont, daß es sich nicht etwa um „die Enthüllung des Charakters in der Psychose“ (Mayer-Groß) handelt, sondern