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Voraussetzung einer Intensivierung der Psychotherapie psychotischer u. psychopathischer Patienten ist die Auseinandersetzung mit der Frage: Wie sieht der Kranke überhaupt den Psychiater? Eine für eine bestimmte Diagnosegruppe (Schizophrenie, Depression, Psychopathie, Paralyse) spezifische Einstellung zum Psychiater kann nicht gefunden werden. Zunächst sucht sich der Kranke mit der Machtposition des Psychiaters (Gewalt über die Freiheit des Patienten, gesellschaftliche und juristische Folgen der psychiatrischen Diagnosestellung und so weiter) auseinanderzusetzen. Dabei fühlt sich der Kranke dieser Macht gegenüber isoliert und ohne Bundesgenossen preisgegeben. Es fehlt ferner die freiwillige Zuwendung der Kranken. Der Psychotische ist häufig krankheitsuneinsichtig. Ein Vertrauensverhältnis Arzt—Patient ist so kaum herstellbar. Sehr oft muß sich der Arzt angesichts dieser prinzipiellen Uneinsichtigkeit im Gespräch zurückziehen, ohne überzeugen zukönnen. Viele Kranke legen das als eine innere Schwäche aus. Depressive, Psychopathen, auch Schizophrene vermissen häufig, daß so wenig an eigentlicher Psychotherapie geschieht. Es kommt zu einer negativen Haltung gegenüber dem Arzt. Andererseits wieder lassen sich die Kranken von der „überlegenen Objektivität“ des Psychiaters imponieren, dessen psychologische Kenntnis und dessen Verständnis sie bei anderen Menschen bisher nicht gefunden zu haben glauben. So resultiert eine überschwenglich positive Einstellung der Kranken zum Arzt. Oft finden sich auch beide Haltungen beim selben Patienten nicht nur nacheinander, sondern mitunter auch gleichzeitig. Häufig sind die Kranken in ihrer Einstellung vollkommen indifferent. Fast immer aber sind die Beziehungen der Kranken zum Arzt nicht realitätsgerecht. Der Psychiater wird immer wieder zu einer der Haltung des Patienten widersprechenden Antwort gezwungen. Man kann den Beruf des Psychiaters deshalb auch als den „Beruf des entschiedenen Widerspruchs“ bezeichnen. Im zweiten Teil der Arbe