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Ausgehend von der Beobachtung, daß innerhalb der Klientel des praktischen Arztes vor dem ersten Weltkrieg die „echten“ Krankheiten, nach 1945 die „Leiden“ das Hauptkontingent ausmachen, werden die Ursachen hierfür ge
sucht. Im Sinne einer präventiven Medizin wird die Einführung einer sogenannten „Konstitutionsklinik“ vorgeschlagen. Darunter versteht Verfasser die Erfassung aller seelischen und leihlichen Faktoren, die das Leben des Patienten bestimmen. Diese „Gesamterfassung“ beginnt mit dem allgemeinen Eindruck vom Patienten bei dessen Eintritt ins Sprechzimmer und setzt sich im Einzelnen weiterhin zusammen 1. aus den „allgemeinen Symptomen“ des Patienten, das heißt den entsprechenden Veränderungen der „drei Grundfaktoren = Appetit, Stimmung, Betätigungsbedürfnis“, 2. dem „Habitus“ (wofür Verfasser ein an Kretschmer angeglichenes Typenschema vorschlägt, 3. der „Haltung“, 4. der „Gebarungsdiagnose“, die sich aus der Beobachtung von „Aufnahmereiz“, „Verarbeitung“ und „Reaktion“ ergibt. Das in dieser Hinsicht unterschiedliche Verhalten der Konstitutionstypen nach Kretschmer wird andeutungsweise skizziert. Dem sich ergebenden „Querschnitt“ des seelischen Lebens wird der „Schichtenaufbau“ ergänzend gegenübergestellt, der sich aus dem Vital-Bewußtseins-Trieb-und Geistesbereich zusammensetze. 5. gehöre ferner zur Gesamterfassung des Patienten die Familienvorgeschichte, die Aufschluß über „Mutation“, „Modifikation“ (zum Beispiel Hungerzustand) und „Variation“ gäbe.
Allein die Variationen seien Gegenstand konstitutioneller Therapie. Begriffe wie: Krankheitsdisposition, Diathese, Reizschwelle des Patienten und locus minoris resistentiae der Familienmitglieder seien in diesem Zusammenhang von Bedeutung. Diese vom Verfasser als Konstitutionstherapie bezeichnete Erfassung des Patienten erstrecke sich auf die „Gesundheitserziehung“ und den sogenannten „Reizwechsel“, zum Beispiel im Sinne der Erholungspflege.
Zur Durchführung solcher präventiven Medizin schlägt der Verfasser eine