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Zuerst hören wir von der Kinderanalyse durch Freuds Veröffentlichung der „Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben“1) . Diese Analyse des „kleinen Hans“ wurde unter der Beratung Freuds von dem Vater des Kindes unternommen; sie war sehr erfolgreich und zeigte uns — wohl das erstemal — die tieferen Schichten des kindlichen Seelenlebens. Sie lehrte die am Kind und an der Psychoanalyse Interessierten gewissermaßen hinter die Kulissen des kindlichen Seelenlebens zu sehen. Die Analyse des „kleinen Hans“ wurde, wenn auch Spiele gedeutet wurden, in der Hauptsache durch Unterhaltungen zwischen Vater und Kind geführt. An verschiedenen Stellen dieser Publikation spricht sich Freud über das Wesen der Kinderanalyse aus. Es ist sehr interessant, die frühen Gedanken Freuds über die Analyse von Kindern kennen zu lernen, aber diese Gedanken lassen sich nicht aus dem Zusammenhang herauslösen. Sie müssen im Original nachgelesen werden.
Wir können jedoch ohne Schaden einige andere Hinweise bringen, die Freuds Stellungnahme zur Kinderanalyse kennzeichnen. Es erscheint wahrscheinlich, daß Freud nur gelegentlich selbst Kinder behandelt hat, doch schreibt er in seinen „Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse“2) (1916-1917): „Einige wenige Beispiele von Kinderneurosen haben wir noch am Kind selbst — im Zustande der Aktualität — analysieren können; weit häufiger mußte es uns genügen, daß uns der im reiferen Alter Erkrankte eine nachträgliche Einsicht in seine Kinderneurose gestattete …“ Freud bewertet die Analyse von Kindern nicht in erster Linie vom therapeutischen Standpunkt aus, sondern