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Bei der Untersuchung und Behandlung der in den Jahren 1949 und 1950 in unsere Klinik aufgenommenen Patienten mit Suizidversuchen haben wir einige Beobachtungen machen können, über die wir hier berichten möchten. Ausgewählt wurden etwa 50 Patienten aus diesem Zeitraum; eine Auswahl, die im wesentlichen durch Aussortierung von in strengerem Sinn psychiatrisch Kranken und durch Weglassen der durch den Suizid Gestorbenen zustande kommt. Nicht berücksichtigt sind weiter einige wenige Patienten, bei denen die entstandenen Unterlagen für unsere Zwecke so ungenügend waren, daß sie für die hier angeschnittenen Themen zu unergiebig waren.
Zuvor sei betont, daß alles Gesagte zunächst die Verhältnisse von 1949-1950 betrifft. Wenn wir diese Einschränkung machen, so soll das „zunächst weiter nichts besagen, als daß wir eben nur Fälle aus den Jahren 1949 und 1950 untersucht haben. Wie weit diese Ergebnisse unserer Untersuchungen allgemein verbindlich sind, sei vorläufig dahingestellt. Wie sehr auf der einen Seite die Struktur eines Suizidversuches doch von der historischen und politischen Konstellation abhängig sein kann, zeigt ein Blick auf Goethes Werther oder auf Fontanes Effi Briest. Andererseits aber haben uns unsere Fälle gelehrt, daß allen Suizidversuchen bestimmte Gemeinsamkeiten eigentümlich sind. Doch lassen wir diese Fragen vorläufig beiseite.
Um das, was uns auffiel, flüchtig zu charakterisieren, seien zunächst einige summarische Daten referiert, die an sich schon auffällig sein dürften und auf bestimmte Deutungsmöglichkeiten hinweisen, die dann noch ausführlicher belegt werden sollen.
1. Zunächst das Alter der Patienten:
Es zeigte sich, daß 50 Prozent aller unserer Suizidpatienten noch nicht das 30. Lebensjahr erreicht hatten. Und 80 Prozent aller Patienten waren noch nicht 45 Jahre alt. Schon von daher liegt der Schluß nahe, daß weniger das Alter, die Sorgen des Alters, die Mühsal des Alters, der Verfall, die Not des Alters es sind, die unsere Patienten zum Suizidversuc