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Durch die Arbeiten des englischen Kardiologen Thomas Lewis, die er 1918 noch unter dem Titel „Report on neurocirculatory asthenia“ publizierte, wurde die außerordentlich hohe Zahl der an funktioneller Kreislauf schwäche leidenden britischen Soldaten ersichtlich. Sie betrug 1918 70 000. Alle diese Soldaten standen in ärztlicher Kontrolle und waren nur in beschränktem Maße kampf- und einsatzfähig. Der Begriff der „neurocirculatory asthenia“ hatte sich im anglo-amerikanischen Schrifttum bereits eingebürgert. Am besten läßt er sich mit „funktioneller Kreislauf schwäche“ wiedergeben, wobei im englischen Terminus das Wort „neuro“ auf die nervösen Zusammenhänge deutet, die wir mit funktionell übersetzen. Wir könnten auch von „nervöser Herzschwäche“ sprechen, vermeiden dies aber, da wir sonst dem organischen Hintergrund der „neurocirculatory asthenia“ nicht gerecht werden. Dieser organische Hintergrund funktioneller Kreißlaufstörungen wird, wie im Verlauf zu sehen ist, von einer nicht unbeträchtlichen Zahl anglo-amerikanischer Forscher noch festgehalten. Auf Grund seiner Untersuchungen entwickelte Lewis aus dem Begriff der „neurocirculatory asthenia“ den des „effort syndrome“. Er wollte damit vor allem dem Bedürfnis einer mehr physiologisch orientierten Klinik gerecht werden, die Symptomenkomplexe bereits als Anpassungsvorgänge an bestimmte Situationen auffaßt Der Begriff des „effort syndrome“, der deutsch nur sehr ungenau wiedergegeben werden kann, enthält die Symptomatik physiologischer Vorgänge, wie sie beim Gesunden bei starker körperlicher Anstrengung und Erschöpfung erfahrbar sein können. Lewis sah bei seinen Fällen, daß diese auch ohne Anstrengungen irgendwelcher Art Symptome bildeten, — eben das „effort syndrome“ —, die normalerweise schwere körperliche Belastung begleiten. Er leitete diese pathologischen Reaktionsformen aus den physiologischen ab und ist darin als ein Vorgänger der Adaptationspathologie (Cannon und Selye) anzusehen.