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Hätte der Verfasser seinem Werk die Überschrift „Psychologie“ schlechtweg gegeben, so wäre er wohl über den eigentlichen Inhalt und Umfang desselben weniger weit hinausgeschritten, als er mit dem Titel „Persönlichkeit“ gleichsam darunter geblieben ist. Damit soll gesagt werden, daß der Autor, stets um das zentrale Thema der menschlichen Persönlichkeit kreisend, mit weiter Umsicht, erheblicher Gelehrsamkeit und sorgfältiger persönlicher Abwägung so gut wie alle Bereiche der modernen, vornehmlich der amerikanischen Psychologie in seine Betrachtung hineinbezogen hat, um aus ihnen dasjenige an einigermaßen gesicherten Befunden herauszuheben, was sich zu einer in sich zusammenhängenden Anschauung über Ursprung, Aufbau, Charakteristik und Dynamik der menschlichen Persönlichkeit vereinigen läßt. Dadurch scheint uns angedeutet zu werden, daß die Psychologie noch über die heute beliebten Spezialitäten der Diagnostik und Psychotherapie hinaus allmählich ihres eigentlichen Themas habhaft zu werden auf dem Wege sei. Denn, was uns Murphy bietet, ist eine Gesamtschau unter dem leitenden Gesichtspunkt der Persönlich-keitsforschung im weitesten Sinne. Vom psychologischen Aspekt der einfachsten Lebensvorgänge, der Konstitutions- und Motivationsfragen angefangen, erstrecken sich seine Überlegungen über Lernen und Gedächtnis, Zeichen- und Wertsetzen auf die Wahrnehmung (worunter auch die Einbildung, Vorstellung und Phantasie, das schöpferische Denken u. sogar das Bewußtsein ihren Platz finden) und Ichbildung bis zum Eindringen in die Ganzheitsprobleme und zu ausgedehnten Betrachtungen über „Individuum und Gruppe“, welche mit ihren reichen und kritisch verwendeten ethnologisch-anthropologischen Kenntnissen zu den anregendsten des Buches gehören.
Da das Werk in erheblichem Grade zusammenfassend, wenngleich nicht referierend ist, eignet es sich wenig zu einem Referat. Das Vorgehen des Verfassers kennzeichnet dieser selbst vorzüglich im einleitenden Abschnitt zum Kapitel über „Psychoanalyt