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Weltentstehung — nicht -schöpfung — müßte der Titel lauten, denn die Frage nach der Schöpfung als Kosmogonie, die einen Schöpfer voraussetzt, läßt sich mit naturwissenschaftlichen Methoden nicht behandeln. Ein Philosoph hat die nachgelassene Schrift des durch die Darstellungsart seines Hauptwerkes auch einem breiteren Publikum rühmlichst bekannten Physikers herausgegeben und mit einigen Ergänzungen versehen. Doch wird dem Leser der fatale salto mortale aus der Anorganik, aus der weitesten, entferntesten Umwelt des Menschen über sein eigentliches, wirkliches Wesen, seinen Kopf, seine Seele, seinen Geist, sein Innenleben hinweg hinein in eine Art Religion oder Religionsersatz zugemutet. Wir wissen, daß dieser Sprung exakten Naturforschern manchmal ebenso nahe liegt wie Theologen. Die der Quantenphysik und Statistik besonders zugängliche Vererbungsbiologie1) ist eine der scheinbaren Brücken für diesen Kurzschluß. Während sich große Physiker dabei verständlicherweise meist nur darum bemühen, wie Physik und Chemie mit den Lebenserscheinungen innerhalb der Grenzen von Raum und Zeit fertig werden können (so Schroedinger), macht die vorliegende Schrift immerhin einen weiteren Ansatz, Seele und Geist einzubeziehen. Aber einige bewundernde Sätze über die h-moll-Messe, einige Mythen, Bibelstellen, Faustzitate und Verwandtes können, da sie notwendigerweise nur von außen herangeführt werden und so gewissermaßen draußen bleiben wie der ganze Mensch, der Verfasser eingeschlossen, diesen Abgrund nicht überdecken. Nur mit ganz anderen Mitteln und Methoden würde aus der Kosmogonie eine Kosmologie, von der sie doch ein Teil sub specie-Werden ist. Es wäre deshalb wohl besser, Mythos, Religion und namentlich Philosophie gar nicht erst zu bemühen, noch weniger gehören sie in den Titel. Denn Geist ist in allen solchen Darstellungen nur das seines Selbst sich nicht bewußte Mittel, nicht der oder ein Gegenstand. Die Auflösung des Kosmos in eine dynamische Ordnung, seine Wiedergabe oder glei